Stuttgart Nach Eiseskälte mildere Temperaturen im Südwesten in Sicht

Stromausfälle, berstende Wasserrohre und glatte Straßen: Frost und Schnee haben den Menschen im Südwesten am Wochenende zu schaffen gemacht. Manchen kam das Wetter aber gerade recht.

Eisige Temperaturen und Schnee haben Baden-Württemberg am Wochenende fest im Griff gehabt. Doch nach Nächten, in denen mancherorts rund minus 30 Grad herrschten, soll die neue Woche im Südwesten etwas milder beginnen. Die Kaltfront des Tiefdruckgebiets „Caius“ über der Ostsee ziehe derzeit in Richtung Alpen ab und hinterlasse wärmeres Wetter, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Sonntag in Stuttgart mit. Leichten Schneefall und Frost soll es aber auch weiterhin vielerorts geben.

Autofahrer müssten vor allem in den frühen Morgenstunden mit Glätte durch Blitzeis und überfrierende Nässe rechnen. Bereits am Wochenende waren sie nach Angaben des Verkehrswarndiensts im Innenministerium aber auf der Hut. „Autofahrer sind offensichtlich auf die winterlichen Bedingungen auf der Straße vorbereitet gewesen“, sagte ein Sprecher am Sonntag in Stuttgart.

Die Polizei in Freiburg zählte zwar vor allem im Hochschwarzwald viele liegengebliebene Lastwagen und kleinere Unfälle mit Blechschäden. „Mehr los als üblich am Wochenende war aber nicht“, sagte ein Sprecher. Zum Wochenbeginn erreichen die Temperaturen der DWD-Prognose zufolge tagsüber maximal minus 2 Grad im Bergland und plus 3 Grad entlang des Oberrheins.

Bahn- oder Flugreisende im Südwesten hatten wegen der Witterung kaum Probleme. Am Stuttgarter Airport wurde am Sonntag allerdings eine Verbindung nach Istanbul gestrichen. In der türkischen Metropole hatte heftiger Schneefall zu Behinderungen geführt.

Trotz der frostigen Temperaturen zog es am Wochenende viele Baden-Württemberger ins Freie. Wintersportler bevölkerten am Wochenende die Pisten im Südwesten. Auf Freiburgs Hausberg Schauinsland im Schwarzwald lernten zahlreiche Kinder mit einem Lehrer das Skifahren.

Winzer holten am frühen Samstagmorgen bei der Eisweinlese die letzten Trauben von den Weinbergen. Bei der Weinspezialität werden die Beeren noch gefroren gepresst – mindestens sieben Grad minus sind vor der Ernte nötig.

Die extreme Kälte machte sich auch in vielen Häusern bemerkbar – es gab zahlreiche Wasserrohrbrüche. Das Wasser füllte Keller, überschwemmte Straßen und bildete gefährliche Eisflächen, wie die Polizei in Reutlingen am Sonntag mitteilte. Allein in ihrem Zuständigkeitsbereich waren mehr als 20 Wasserrohre geplatzt.

In Leinfelden-Echterdingen, Ostfildern, Neuhausen auf den Fildern, Köngen, Kirchheim, Metzingen und Tübingen musste das Wasser zeitweise abgestellt werden. Manche Gebäude waren nach den Rohrbrüchen zeitweise unbewohnbar. So mussten die Städte Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart und Reutlingen mehrere Bewohner umquartieren, weil ihre Wohnungen überflutet wurden.

Dutzende Flüchtlinge mussten am Sonntag in Wernau (Kreis Esslingen) umziehen. Die Kälte hatte zu einem Stromausfall in ihrer Unterkunft geführt.

In Stuttgart fuhr am Wochenende ein Kältebus öffentliche Plätze an, um Menschen ohne Unterkunft zu schützen. Das Team verteilte nachts Decken, Schlafsäcke, Isomatten und heißen Tee.

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