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Endingen Mordfall Carolin G.: Beging der Verdächtige auch in Rumänien Verbrechen?

Der Verdächtige im Mordfall Endingen fiel auch in Rumänien auf. Beging er in der Stadt Iasi ein weiteres Verbrechen? Ein Untersuchungsrichter ließ ihn 2005 frei.

Dem als mutmaßlichem Mörder von Carolin G. in Endingen und von Lucille K. in Kufstein (Tirol) inhaftierten rumänischen Fernfahrer wird in der Presse seines Heimatlandes zur Last gelegt, schon 2005 eine sexuell motivierte Gewalttat begangen zu haben. Die Messerattacke auf eine Prostituierte wurde laut der Zeitung Vremea Noua in einer Wohnung in der rumänischen Stadt Iasi verübt. Die Frau überlebte schwer verletzt.

Der in Deutschland und Österreich des Doppelmordes beschuldigte Rumäne wurde drei Wochen nach dem Verbrechen 2005 als Tatverdächtiger ermittelt und in Haft genommen. Den rumänischen Zeitungsberichten ist zu entnehmen, dass ihn ein Untersuchungsrichter aber entgegen dem Antrag der Staatsanwaltschaft wieder auf freien Fuß gesetzt hat.

Prostituierte beschuldigte den späteren mutmaßlichen Doppelmörder

Der Rumäne war zum Tatzeitpunkt in Iasi 28 Jahre alt. Er besuchte eine Prostituierte, die er über eine Kleinanzeige fand. Während sexueller Aktivitäten soll er plötzlich ein Messer gezogen und seinem Opfer in die Brust gestoßen haben. Die Frau ließ er angeblich in einer Blutlache liegen.

Nur deshalb, weil er bei seiner Flucht die Wohnungstür offenließ, habe ein Nachbar die schwerverletzte Frau in dem Studio entdeckt, in dem sie ihre Freier empfing. Das ist den Zeitungsbeiträgen zu entnehmen. Der Nachbar soll Rettungskräfte alarmiert haben, die 23-jährige sei durch eine Notoperation gerettet worden.

Nach seiner Festnahme soll der inzwischen 40-Jährige dem Untersuchungsrichter von einem dritten Mann berichtet haben, der für den Messerangriff verantwortlich gewesen sei, der aber nie identifiziert wurde. Die Prostituierte widersprach den Angaben und beschuldigte den späteren mutmaßlichen Doppelmörder, ohne dass er jedoch verurteilt und inhaftiert wurde.

Rumänische Medien führen das darauf zurück, dass Prostituierte in dem Land als Menschen zweiter Klasse geringeschätzt werden. Die Ehefrau des Beschuldigten soll ihren Mann in diesem Fall durch emotionale Aussagen vor dem Untersuchungsrichter unterstützt haben. Etwa zehn Jahre später hat sie ihn dann wegen ehelicher Probleme mit den inzwischen drei gemeinsamen Kindern verlassen, hieß es in einem anderen Zusammenhang.

Viele europäische Länder gleichen DNA derzeit ab

In rumänischen Medien wird auch berichtet, der als Fernfahrer einer Endinger Spedition am 2. Juni 2017 auf dem Betriebsgelände seines Arbeitgebers festgenommene Fernfahrer habe vor 15 Jahren noch in seiner Heimatregion einen Lebensmittelmarkt betrieben, den er wegen geschäftlichen Misserfolgs aufgegeben habe. Dann soll er versucht haben, mit Sammeln und Verkauf von Holz sein Geld zu verdienen. In diese Zeit fällt der Tod einer 27 Jahre alten Anhalterin, die in einem Waldstück erst vergewaltigt und dann ermordet worden war.

Ob der Rumäne auch für diese Tat und andere Frauenmorde in seiner Heimatregion in Frage kommt, ist Gegenstand von Ermittlungen. Obendrein gleichen viele europäische Länder seine DNA derzeit in nationalen Datenbanken ab, um möglicherweise weitere ungelöste Morde aufzuklären.

Als der 40-Jährige im Januar 2014 mutmaßlich die Französin Lucille K. in Kufstein am Ufer des Inn in sexueller Absicht überfiel und dann mit einer Eisenstange erschlug, war er Fahrer einer italienischen Spedition. Seit Oktober 2015 war er bei einer Spedition in Endingen beschäftigt – hier soll er Carolin G. im November 2016 vergewaltigt und ermordet haben. Seine DNA-Spuren, die als Tatwaffe in Kufstein benutzte Hubstange eines bestimmten LKW-Typs, österreichische Maut-Daten und die Ortung seines Handys zur Tatzeit in den Endinger Weinbergen führten schließlich zu seiner Festnahme.

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