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Baden-Württemberg Mit Sicherheit durch den Berg

Feuerwehrleute aus Deutschland, Österreich und der Schweiz üben, wie man einen Brand im Tunnel effektiv bekämpft

St. Georgen/Solothurn – Auf dem Reiseweg vieler Urlauber liegen Straßentunnel. In keinem anderen europäischen Land gibt es so viele davon wie in der Schweiz. Doch sie bergen eine tödliche Gefahr: Ein Brand in einer Röhre kann sich innerhalb von Sekunden zu einer Katastrophe entwickeln.

In St. Georgen im Schwarzwald befasste sich die Fachtagung „Virtual Fires Kongress“ mit dem Thema Tunnelsicherheit. Rund hundert Vertreter von Feuerwehren und anderen Rettungsorganisationen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz informierten sich über das Thema. Neben der virtuellen Darstellung von Tunnelbränden, Strömungssimulationen zur Belüftung und Entrauchung und Möglichkeiten zur Gestaltung von Notausgängen wurden die Teilnehmer in einem Trainingscenter in der Schweiz Augenzeuge eines Tunnelkatastrophen-Szenarios.

In einem Straßentunnel in Balsthal in der Nähe von Solothurn brennt es häufig. Innerhalb weniger Sekunden kann sich der Tunnel in ein Flammeninferno verwandeln. Glücklicherweise ist die Feuerwehr jedes Mal schnell zur Stelle. Denn der 260 Meter lange, in Originalgröße nachgebaute Straßentunnel ist das Herzstück der Internationalen „Fire Academy“. Hier werden vorwiegend Schweizer Feuerwehrleute auf den Ernstfall vorbereitet. Die Einrichtung der Akademie hat einen tragischen Hintergrund: 2001 kam es im knapp 17 Kilometer langen Gotthardtunnel durch den Zusammenstoß zweier Lastwagen zu einer Brandkatastrophe, bei der elf Menschen starben. Teilweise, weil sie an den Notausgängen vorbei liefen oder die Schiebetüren zu den Fluchtstollen nicht öffnen konnten.

Aus dem Unglück von damals wurden Erkenntnisse gewonnen, die sowohl bei der Ausbildung der Einsatzkräfte als auch bei der Planung neuer Tunnels eine Rolle spielen. So ist die Lichtführung in einem Tunnel ebenso wichtig wie die Kennzeichnung der Notausgänge. Auch Erkenntnisse über das Fluchtverhalten von Menschen fließen in die Tunnelplanungen ein. „Menschen reagieren rationaler, als man es erwarten würde“, erklärte Christian Brauner, einer der Instruktoren, die die Schweizer Feuerwehrleute auf ihren Einsatz im Tunnel vorbereiten.

Das Thema Tunnelsicherheit beschäftigt auch die Rettungskräfte in der Region. In St. Georgen fand 2010 eine große Tunnelübung mit 300 Einsatzkräften in dem 1700 Meter langen Sommerauer Tunnel statt. Er ist der längste der Schwarzwaldbahn auf ihrer Strecke zwischen Offenburg und Singen.

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