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Tannheim Mit Freud und Leid im Dienst der Kleinen

Das Pflegeteam der Nachsorgeklinik Tannheim kümmert sich rund um die Uhr um die kleinen Patienten. Der SÜDKURIER sammelt Spenden für die Einrichtung.

Die jungen, chronisch schwer kranken Patienten in Tannheim waren schon immer sehr pflegeintensiv, doch in den letzten Jahren sind die Anforderungen enorm gestiegen, weiß Sabine Feil. Seit Gründung der familienorientierten Nachsorgeklinik vor 15 Jahren ist sie hier Kinderkrankenschwester, neuerdings Leiterin des neunköpfigen Pflegeteams. „Wir haben mehr Kleinkinder, mehr transplantierte Patienten, mehr frisch Operierte“, zählt die Nachfolgerin von Regina Dopfer auf.

Die Betreuung beginnt schon vorher

Den ersten Kontakt zu ihren Schützlingen knüpfen die Kinderkranken- und Krankenschwestern nicht bei der Begrüßung in Tannheim, sondern bereits zwei Wochen vorher. „Wir haben uns angewöhnt, konsequent jede Familie telefonisch ausführlich zu befragen.“ Wie geht es dem Kind oder dem Jugendlichen aktuell? Das vor allem wollen die Pflegefachfrauen wissen, „denn es gibt immer wieder Überraschungen, die nicht im Arztbrief vermerkt sind.“ Sie hatten sich in der Vergangenheit gehäuft: Ein Patient war auf Sondennahrung angewiesen, die nicht automatisch vorrätig ist. Ein anderer benötigte Sauerstoff, hatte aber kein mobiles Beatmungsgerät, was eilends beschafft werden musste, nennt Sabine Feil als Beispiele.

Rund um die Uhr für die Familien da

EKG, Überprüfung der Lungenfunktion, Blutzuckerblutabnahme, Assistenz bei Blutentnahmen, Infusionen richten, Parenterale Ernährung – derlei gehört zur täglichen Routine des Pflegeteams, das rund um die Uhr für die Familien da ist, auch am Wochenende. Es ist stets für rund 50 Patientenkinder und rund 18 Jugendliche zuständig, die ohne ihre Familien an der „Jungen Reha“ teilnehmen, zu deren Konzept Abnabelung und Vorbereitung auf ein selbstständiges Leben gehören. Besonders schwer tun sich damit die Mukoviszidose-Patienten, die ihr Leben lang jeden Tag viele Medikamente und Stunden für Physiotherapie, Atemtraining und Inhalationen brauchen, damit ihr Organismus leidlich funktioniert. Die „Mukos“ sind Stammgäste in Tannheim, „wir begleiten sie in allen Phasen ihres Lebens“.

Dazu gehören gute Zeiten – wenn sich die Konstitution bessert, Lebenswille und Energie zurückkehren - und eben auch schlechte Zeiten. Sie kommen zwangsläufig, dank medizinischer Fortschritte verzögert, aber unaufhaltsam.

„Manchmal fließen auch bei uns die Tränen“

Das Pendeln zwischen Lebenshunger und Überdruss wird in der Pubertät zur Gratwanderung, weiß die erfahrene Kinderkrankenschwester, die ihre Ausbildung in der Kinderklinik in Villingen absolviert hat und zur Zeit im Rahmen einer Fortbildung eine Facharbeit über die Therapie von mukoviszidosekranken Jugendlichen schreibt. Jeder habe Phasen der Therapiemüdigkeit, verweigere die Medikation, manche würden aufsässig, andere depressiv. Es sei schwer, ihr Leiden und die Verschlechterung ihrer körperlichen Konstitution zu beobachten, „manchmal fließen auch bei uns die Tränen“.

Doch genauso intensiv sei die Freude im Schwestern-Team über physische und psychische Fortschritte der jungen Patienten und ihrer Familien. „Sie sind so dankbar, hier sein zu dürfen. Das gibt uns Kraft.“

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Nachsorgeklinik in Tannheim: Die Nachsorgeklinik in der Ortschaft Tannheim bei Villingen-Schwenningen ist eine Einrichtung der deutschen Kinderkrebsnachsorge. Weitere Gesellschafter des Hauses sind die Arbeitsgemeinschaft der baden-württembergischen Förderkreise krebskranker Kinder e.V. und der Mukoviszidose-Bundesverband. Im SÜDKURIER-Themenpaket finden Sie alle Nachrichten und Bilder rund um die Nachsorgeklinik Tannheim.
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