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Baden-Württemberg Märklin-Museum in Titisee: Das schönste Spielzeug der Welt

Märklin-Museum in Titisee zieht viele Besucher an. Hotelier verwirklicht einen alten Traum.

Wenn gestandene Mannsbilder wieder zu Kindern werden, ist bestimmt eine Modell-Eisenbahn im Spiel. Die größte Märklin Eisenbahnanlage steht in Titisee und ist ein Dorado für Eisenbahnfans, die Stunden in die „Märklin World“ abtauchen können. Auf drei Stockwerke verteilt bewegen sich auf 400 Quadratmetern und insgesamt ein Kilometer langen Gleisen dampfschnaufende und dieselrasselnde Loks, ihre Waggons ziehend durch grüne Miniaturlandschaften und Alpenpässe.

Die Szenerie aus Städten und Dörfern, die Züge wie Adler, Krokodil, Big Boy der Union Pacific und natürlich der Höllentäler durchfahren, ist eine wirklichkeitsgetreue Miniaturwelt. Szenen aus dem Verkehr und dem Alltagsleben sind nachgestellt. Sogar Sand schaufelnde Bagger und Sand abladende Lastwagen und Motorradfahrer kann man hier beobachten. Es ist das Ergebnis eines Kindheitstraumes, den sich der ehemalige Hotelier Hans-Jörg Franz erfüllt hat. „Volldampf voraus und immer etwas Neues im Blick“, ist seine Devise. Der Erfolg gibt ihm recht. Museumsbesucher aus aller Welt kommen in das Museum an der Seestraße. 40 000 Besucher waren es im vergangenen Jahr. „Lange wusste ich nicht, wie viel Meter Gleise die Anlage besitzt“, erklärt der Eisenbahnkenner. „Dann haben wir uns die Mühe gemacht. Jetzt wissen wir es genau“, freut er sich.

„Wir“, das ist sein Museumsleiter Hans Kuhn und dessen Ehefrau Sibylle, die sich im Laufe der Zeit zur Lötexpertin entwickelt hat. „Wir sind die Rentner-Gang“ betont er lachend, und ein wenig stolz auf das, was sie als Team geschaffen haben, ist ihm schon anzumerken. Auch dass ihm sein schönstes Hobby, wie er freimütig verrät, riesigen Spaß macht. Richtig reingekniet haben sich die Rentner, um die neueste Errungenschaft – die „Märklin Word“ mit 100 Meter Schienen – ins Laufen zu bringen. Die Steuerung erfolgt über den Laptop. „Richtig fertig wird die digitale Anlage erst in zwei Jahren. Dafür muss ich zwei Ingenieure beschäftigen“, unterstreicht er die schwierige Realisierung seiner digitalen Eisenbahnwelt.

Schon jetzt fahren beleuchtete Busse und Lastwagen durch die Landschaft. Auch der deutsche ICE oder der amerikanische Diesel Zephyr des „Big Boy“, der in der Realität 540 Tonnen wog und inklusive Tender 40 Meter lang war, schlängeln sich durch die Landschaft. „Die Kraftmaschine der Union Pacific aus den 1940er-Baujahren zog bis 130 Güterwaggons über die Berge von Utah und Wyoming“, unterstreicht der Eisenbahnliebhaber. Immerhin 20 Waggons zieht die Lok in der elektronischen Märklin World am Titisee.

Bei den anderen Anlagen sind es noch die Trafos, die den Zugverkehr regeln. Wie viel Züge und Lokomotiven es genau sind, weiß Besitzer Franz nicht genau. Und welchen Wert sie haben, verrät er nicht. „Außerdem kann man das nicht so sagen, weil es Liebhabersache ist“, verdeutlicht der Privatier, der in jahrzehntelanger Bastel- und Sammelarbeit die Anlage geschaffen hat. „Ich will mit meiner Märklin-Welt die Menschen begeistern und ihnen die seit 1859 bestehende Geschichte des Spielzeugherstellers näherbringen“, unterstreicht er. Das ist ihm gut gelungen. So gut, dass der Museumsverband Baden-Württemberg die Märklin World Titisee mit der Mitgliedsnummer 11371 als Museum bestätigt hat.

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