Mein

Baden-Württemberg Leser machen Baustart möglich

Wichtige Erweiterung für Nachsorgeklinik Tannheim. SÜDKURIER-Aktion gibt Patienten neue Hoffnung.

Gut zwei Millionen Euro wird der Neubau der Nachsorgeklinik Tannheim kosten, fast die Hälfte davon haben die Leserinnen und Leser dieser Zeitung gespendet. „Ich verneige mich vor dem SÜDKURIER“, sagte Klinikgeschäftsführer Roland Wehrle gestern beim symbolischen Spatenstich. Die jungen Patienten schickten mit bunten Luftballons viele gute Wünsche für den neuen Kliniktrakt in den Himmel. Herzstück sind zehn Appartements für chronisch kranke Jugendliche und junge Erwachsene.

Die familienorientierte Nachsorgeklinik muss sich analog zu medizinischen Fortschritten und neuen Bedürfnissen ihrer Schützlinge entwickeln, erklärte Wehrle den Kontext. Zur Feierstunde hatten sich die Klinikgemeinschaft, ihre Mitstreiter und Sponsoren auf dem Bauareal zwischen Haupt- und Mitarbeiterhaus versammelt; der SÜDKURIER als Medienpartner war mit Regionalleiter Norbert Trippl und dem stellvertretenden Chefredakteur Torsten Geiling präsent. Der gab den herzlichen Dank für jahrelange Unterstützung an die Leser weiter. „Es ist großartig, wie sich unsere Leser Jahr für Jahr bei der Spendenaktion engagieren. Sie zeigen aktives Mitgefühl für ein Projekt, das es verdient hat.“

Leser spendeten 5,3 Millionen

Diese Zeitung begleitet die Klinik bereits seit ihrer Planungsphase Anfang der 1990er-Jahre mit intensiver Berichterstattung und Spendenaufrufen. Dabei kamen 5,3 Millionen Euro zusammen, bei den beiden vergangenen Aktionen waren es 838 000 Euro.Was damit geschehen soll, skizzierte der Geschäftsführer. In den neuen Einzelappartements sollen junge Patienten ohne Familien therapiert werden. Sie werden oder sie sind bereits erwachsen, was manchen von ihnen noch vor 20 Jahren nicht vergönnt gewesen wäre. Die Lebenserwartung etwa für Mukoviszidose lag damals laut Wehrle bei 20 Jahren, inzwischen konnte sie verdoppelt werden. Auch Operations- und Behandlungsmethoden für herz- und krebskranke Kinder hätten sich enorm verbessert, und damit deren Lebenserwartung. „Dem müssen wir mit unseren Konzepten und Räumlichkeiten Rechnung tragen.“Im Neubau soll zudem eine Begegnungsstätte für Kurzaufenthalte, ambulante Nachsorge, Begegnungsfreizeiten, Nachtreffen verwaister Familien, Seminare und Ferien für Patientenfamilien entstehen. Geplant sind ferner ein weiteres Arztzimmer und drei Therapieräume; insgesamt beträgt die neue Nutzfläche 850 Quadratmeter. Laut Wehrle ist ferner ein Blockheizkraftwerk (BLKW) geplant, für das zusätzlich 250 000 Euro gebraucht werden. Viele Kehlen skandierten, bevor viele bunte Luftballons in die Wolken starteten. „Wir leben in einem Land der Solidarität, das erfüllt mich mit tiefer Dankbarkeit“, sagte Horst Mehl, Aufsichtsratsvorsitzender und Vater eines an Mukoviszidose erkrankten Sohns. „Heute ist ein toller Tag für uns, denn es geht für uns um die Möglichkeit, älter zu werden“, drückte der mukoviszidosekranke Fuca Rossario den Dank der Patienten aus. Marina Hambuch berührte die Feiernden mit dem Lied „Was wir alleine nicht schaffen, das schaffen wir dann zusammen“ – und mit ihrem kraftvollen Optimismus. Die 22-Jährige leidet an der seltenen Glasknochenkrankheit.Alle Nachrichten und Bilder zur Nachsorgeklinik Tannheim im SÜDKURIER-Themenpaketwww.suedkurier.de/plus

Regionale Produkte von Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein auf SÜDKURIER Inspirationen. Gleich Newsletter abonnieren und sparen!
Regionale Kalender 2017
Korrekturhinweis
Neu aus diesem Ressort
Stuttgart
Karlsruhe
Stuttgart
Heidenheim
Berlin/Stuttgart
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren