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Baden-Württemberg Kretschmann gegen Wolf im TV-Duell: Das waren die wichtigsten Aussagen

Am Donnerstagabend fand das erste Aufeinandertreffen von Winfried Kretschmann und CDU-Herausforderer Guido Wolf im SWR-Studio statt. Wir haben die wichtigsten Aussagen der beiden Ministerpräsidenten-Anwärter für Sie zusammengefasst.

45 Minuten Winfried Kretschmann gegen Guido Wolf, Ministerpräsident gegen Herausforderener, Grüner gegen CDU-Vertreter. Eigentlich sollte es dieses Duell gar nicht geben, zumindest aber nicht so heißen. Der SWR erfand deshalb ein "Zur Sache extra". Es war das mit Spannung erwartete erste Aufeinandertreffen der beiden Anwärter auf das Ministerpräsidentenamt nach der Landtagswahl am 13. März 2016.
Wolf wirkt angriffslustig, bedrängt, attackiert Kretschmann, geht ihm ins Wort. Kretschmann wiederum redet sich in Rage, wirkt passagenweise aber auch angegriffen oder irgendwie ratlos ob des Gesagten. Moderator Clemens Bratzler gab die Themenpalette vor:

Thema Flüchtlinge - soll es eine Obergrenze geben?


Wolf weicht wortreich aus. Es bringe nichts, sich zu verheddern.

Kretschmann: Keine Frage, dass begrenzt werden muss, die Frage sei nur wie? „Es geht nur durch Bekämpfung der Fluchtursachen“ Wolf geht dazwischen: Grün-Rot schiebe nicht ab, Bayern 20 000, Bawü 5500. Es muss mehr werden.

Kretschmann fragt: „Wie kommen Sie an die Zahlen?“ Es stimme nicht, Baden-Württemberg liege bei den Rückführungen mit NRW und Bayern vorne.

Wolf antwortet nicht, wirft Kretschmann vor, erst kurz vor den Wahlen seinen Kurs zu ändern. Gleich mehrere Male stellte er Kretschmann mit dem Vorwurf, in Bayern liefe es besser. Behauptungen, die im SWR-Blog quittiert wurden mit Sätzen wie „Soll Wolf doch nach Bayern ziehen!“

Kretschmann: „Ach Herr Wolf, es gibt menschliche Grundsätze!“ Wolf wirft Kretschmann vor, nicht schnell genug von Geld auf Sachleistung umzustellen, mehrfach sagt er:  „Handeln Sie jetzt!“ Kretschmann leicht genervt: Die Einführung der Geldkarte gehe nur mit Ausschreibung. „Herr Wolf, Sie sind doch Jurist! – lassen Sie sich doch mal etwas Neues einfallen!“

Thema Polizei: Zu wenig Personal?


Kretschmann zitiert Neueinstellungen. Die Vorgängerregierung hätte 1000 Stellen abgebaut. Besserung brauche Zeit. “Polizisten sind nicht auf dem Markt, sie müssen ausgebildet werden.“

Wolf hält nichts dagegen, weicht aus auf Lebensmittelkontrolleure.

Thema AfD: Ist sie zu verhindern?


Wolf: „Wir tun alles, um die Partei klein zu halten. Wir kämpfen gegen alle politischen Wettbewerber. AfD ist Protest, das trifft uns alle.

Frage an Kretschmann: Ist es feige und falsch, sich nicht auf ein Podium mit der AfD zu setzen?
Kretschmann: „Nein, denn sie treten nicht ehrlich auf. Sie treten als Biedermänner auf und sind Brandstifter. Gegenüber fremdenfeindlichen und rassistischen Leuten muss man auf Distanz bleiben. Solange sie nicht im Landtag sind, muss man sie nicht auch noch aufwerten.“

Wolf sagt nicht, was er tut, bewertet aber Kretschmann und verteidigt die AfD: „Zu sagen, mit denen rede ich nicht, kommt ziemlich borniert daher“

Kretschmann: „Ich bitte Sie!“

Thema Schule/Bildung: Gemeinschaftsschule wieder abschaffen?


Wolf weicht aus. „Gemeinschaftsschulen brauchen Reform.“ Konkretisiert aber nicht, welche. Fünf Jahre grün-rote Bildungspolitik sollen nicht zurückgedreht werden. Vorwurf: Gemeinschaftsschulen werden bevorzugt.

Kretschmann: „Wer Gemeinschaftsschulen kennt, lobt sie.“ Der Handwerkstag hat die Gemeinschaftsschule als Basisschule erfunden als Reaktion auf weniger Schüler. Gemeinschaftsschulen sind alles Ganztagsschulen, individuelle Förderung braucht mehr Unterstützung.

Thema mögliche Koalition: Ampelkoalition aus Grün-Gelb-Rot möglich?


Wolf: Ich mache mir nicht den Kopf anderer Leute. „Den Baden-Württemberger, der die FDP zum Steigbügelhalter von Grün-Rot macht, müssen Sie mir zeigen“. Ziel ist: Keine Regierung ohne CDU.

Kretschmann: Einig mit Wolf. Wir wollen Grün-Rot und dafür kämpfen wir. Mache keine Spekulationen, die Chance ist da. Wenn es anders kommt, muss man verhandeln.

Den besten Spruch des TV-Duells lieferte Winfried Kretschmann: „Wenn ich vom Wahlkampf genervt bin, trinke ich erst einmal ein Pils!“
 

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