Freiburg Ermordete Studentin Maria L.: Zwei neue Zeuginnen melden sich bei der Polizei

Im Fall der getöteten Studentin Maria L. haben sich zwei von der Polizei gesuchte Zeuginnen gemeldet. Gleichzeitig kommt wohl Bewegung in die Debatte um DNA-Analysen.

Wie die Polizei Freiburg mitteilte, haben sich mehrere für den Mord an der Studentin Maria L. möglicherweise relevante Zeugen gemeldet. Die Behörden hatten eine Zeugin gesucht, die in der Tatnacht am 16. Oktober am Bertoldsbrunnen in die Straßenbahnlinie 1 eingestiegen war und somit zur gleichen Zeit in der Straßenbahn war wie der mutmaßliche Täter. 

Wie die Polizei nun mitteilte, habe sich die Frau am Samstag bei der Polizei gemeldet.
 
Auch eine weitere Zeugin habe sich nach einem öffentlichen Aufruf gemeldet. Diese war einem 51-jährigen Mann aufgefallen, der ungefähr um 3 Uhr morgens auf der Strecke hinter dem Dreisamstadion in der Nähe des Tatorts unterwegs war und von ihr überholt wurde. Allerdings konnte die Frau laut Polizeimeldung keine Angaben zum Tatgeschehen machen.

Die 19-jährige Medizinstudentin Maria L. wurde Mitte Oktober tot in der Dreisam hinter dem Stadion des SC Freiburg gefunden. Sie wurde Opfer eines Sexualverbrechens.

Der mutmaßliche Täter, ein afghanischer Flüchtling, soll zuvor ebenfalls in Griechenland kriminell auffällig gewesen sein und auf der griechischen Insel Korfu im Mai 2013 eine junge Frau überfallen und über die Brüstung einer Steilküste geworfen haben. Die 20 Jahre alte Studentin überlebte den Sturz angeblich nur deshalb, weil sie als geschulte Bergsteigerin ihren Kopf schützen konnte.

Kretschmann „im Prinzip offen“ für erweiterte DNA-Analyse

Die Ermittlungen in diesem Mordfall warfen auch viele Fragen nach DNA-Analysen auf. In Deutschland gibt es strenge Regeln, die den Einsatz solcher Untersuchungen regeln. Im Verlauf der Ermittlungen im Mordfall Maria L. gab es auch von Seiten der Polizei die Forderung, diese Regeln zu lockern: Wenn es Fahndern gesetzlich erlaubt wäre, anhand von DNA-Spuren auch Augen- und Haarfarbe sowie grobe regionale Herkunft zu analysieren, hätten sie sehr viel zielgerichteter vorgehen können, sagte etwas  Freiburgs Polizeipräsident Bernhard Rotzinger in einem Interview.

Der baden-württembergische Justizminister Guido Wolf (CDU) will, dass künftig auch zum Beispiel Augen-, Haar- und Hautfarbe aus DNA-Spuren gelesen und zur Fahndung genutzt werden können. Wolf strebt eine Bundesratsinitiative zu dem Thema an und hatte deshalb das Staatsministerium kontaktiert.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat sich am Dienstag zu dem Thema geäußert: Er steht einer möglichen Ausweitung der DNA-Analyse zur Aufklärung von schweren Verbrechen offen gegenüber. 

Auf die Frage, ob er das Ansinnen unterstütze, sagte Kretschmann am Dienstag in Stuttgart: „Im Prinzip ja.“ Details müssten aber noch besprochen werden. Bisher sind nur Rückschlüsse aus der DNA auf das Geschlecht erlaubt. 

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