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Baden-Württemberg Armut in Baden-Württemberg am geringsten

Trotz guter Wirtschaftsentwicklung bleibt in Deutschland das Armutsrisiko hoch. Im Vergleich schneidet der Südwesten gut ab.

Baden-Württemberg weist mit einer Armutsquote von 11,4 Prozent den niedrigsten Wert aller Bundesländer auf. Insgesamt bleibe jedoch trotz der guten Wirtschaftsentwicklung in Deutschland das Armutsrisiko hoch. Alleinerziehende, Erwerbslose und Rentner sind besonders gefährdet, wie aus dem Armutsbericht 2016 hervorgeht, den der Paritätische Wohlfahrtsverband und weitere Verbände in Berlin vorstellten. In der regionalen Verteilung entwickelt sich das Ruhrgebiet zur neuen Armutsregion.

Bundesweit lag die Armutsrisikoquote im Jahr 2014 bei 15,4 Prozent und damit 0,1 Prozentpunkte unter dem Niveau von 2013. Ob der leichte Rückgang ein Indiz dafür ist, dass das Armutsrisiko insgesamt nicht weiter zunimmt, lasse sich anhand dieser Zahl noch nicht sagen, erklärten die Verbände. In den vergangenen zehn Jahren ist die Quote von damals 14 Prozent an kontinuierlich gestiegen.

Auch innerhalb von Baden-Württemberg sind die regionalen Unterschiede gravierend. So habe die Region Rhein-Neckar mit 14,9 Prozent die höchste Armutsquote. Die Region Bodensee-Oberschwaben weise die niedrigste Quote mit 8,1 Prozent auf. Auch in Baden-Württemberg werde es künftig darum gehen, Armut nicht nur in der Fläche, sondern auch auf regionaler Ebene zu bekämpfen, sagte Ursel Wolfgramm, Vorstandsvorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Baden-Württemberg in Stuttgart.

Die Kinderarmutsquote liegt mit 19 Prozent bundesweit weiterhin deutlich über dem Durchschnitt. Die Hälfte dieser Kinder lebt im Haushalt eines alleinerziehenden Elternteils. Erstmals liegt auch die Armutsrisikoquote von Rentnern mit 15,6 Prozent über dem Durchschnitt. Unter den Bundesländern verzeichnen Berlin und Mecklenburg-Vorpommern eine sinkende Armutsgefahr, während die Armutsrisikoquote im Ruhrgebiet auf den Höchststand von 20 Prozent geklettert ist.



Alarmiert zeigte sich Ulrich Schneider, Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, von der Lage der Rentner. Bei ihnen sei die Armut seit 2005 etwa zehnmal so stark angewachsen wie beim Rest der Bevölkerung. „Es ist eine Armut, die sich zum Großteil ganz knapp oberhalb des Sozialhilfeniveaus bewegt.“

EU-weit gilt, dass armutsgefährdet ist, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung hat. In Deutschland liegt die Schwelle für Alleinstehende bei 917 Euro im Monat, für einen alleinerziehenden Elternteil mit einem Kind unter sechs Jahren bei 1192 Euro und für ein Paar mit einem kleinen Kind bei 1651 Euro. Die Schwelle variiert nach dem Alter der Kinder. Erstmals haben sich neben dem Paritätischen Wohlfahrtsverband weitere Verbände am Armutsbericht beteiligt.

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