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08.03.2013  |  0 Kommentare

Landsberg/Lech/Stuttgart (dpa/tmn) Bei alten Autos hohe Wartungskosten einkalkulieren

In der Anschaffung sind ältere Autos zwar vergleichsweise günstig. Sie können ihren Halter aber trotzdem teuer zu stehen kommen - wenn sich typische Verschleißerscheinungen häufen und kostspielige Reparaturen erforderlich machen.

Spurensuche unter der Haube: Reparaturen bei älteren Autos können ganz schön ins Geld gehen. Foto: Franziska Koark  Bild: Foto: dpa



Spurensuche unter der Haube: Reparaturen bei älteren Autos können ganz schön ins Geld gehen. Foto: Franziska Koark

Alte Autos sind günstig zu bekommen, und der Wertverlust spielt auch keine Rolle mehr. Trotzdem sei es ein Trugschluss, dass man besonders billig mit ihnen fährt, betont Martin Ruhdorfer vom ADAC Technik Zentrum in Landsberg. Denn das Risiko teurer Reparaturen und der Umfang von Wartungsarbeiten wird in der Regel größer, je mehr Jahre ein Fahrzeug auf dem Buckel hat. Und an der Wartung zu sparen, ist fahrlässig: Dadurch bringen Autofahrer sich und andere in Gefahr.

Jedes fünfte Auto ist 2012 bei der Hauptuntersuchung der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) durchgefallen. Scheinwerfer, Bremsen, Auspuff und Reifen seien die häufigsten Gründe, weshalb die Prüfer die Plakette verwehrten, teilte die GTÜ am Freitag (8. März) in Stuttgart mit. Der Anteil sei erneut um gut zwei Prozentpunkte gestiegen. Die Quote der Autos, welche die Hauptuntersuchung ohne jede Beanstandung überstanden, lag bei 53,8 Prozent. 24,7 Prozent hatten geringe Mängel und bekamen die Plakette unter der Auflage, diese zu reparieren.

In der Altersklasse der Autos über neun Jahre haben rund 64 Prozent Sicherheitsmängel, berichtete die GTÜ. Ein Drittel davon weise erhebliche Mängel auf oder sei sogar komplett verkehrsunsicher. Der Report basiert auf Kfz-Hauptuntersuchungen von etwa vier Millionen Pkw.

Verschleiß und Defekte an typischen Schwachstellen alter Autos wie Radlagern und Bremsen können leicht ins Geld gehen, warnt Ruhdorfer. Ab etwa 150 000 Kilometern Laufleistung sei mit kaputten Radlagern zu rechnen, deren Wechsel je nach Automodell und Marke bis zu mehreren Hundert Euro koste. Müssen bei einem Oberklassemodell wie einem VW Phaeton, den man mit hoher Laufleistung schon für verhältnismäßig wenig Geld bekommt, die Bremsscheiben getauscht werden, fallen dafür um die 1000 Euro an, so der ADAC-Experte.

Ein besonders kostenintensives Verschleißteil ist der Zahnriemen. Wird sein Austausch fällig, aber nicht erledigt, droht laut Ruhdorfer ein kapitaler Motorschaden. Bei einem VW Polo aus den 90er Jahren sei der Wechsel für um die 300 Euro noch recht günstig, da der Arbeitsaufwand überschaubar und das benötigte Ersatzteil an sich nicht so teuer seien. «Bei einem VW T4 kann ein neuer Zahnriemen aber auch schon mal 1000 Euro kosten.»

Bei alten Gebrauchtwagen, die zum Verkauf stehen, ist eine lückenlose Wartungshistorie besonders wichtig, gibt Ruhdorfer zu bedenken. Alle Inspektionen sollten nach Herstellervorgaben von einer Fachwerkstatt erledigt und dokumentiert worden sein. Trotzdem bleibe bei betagten Autos die natürliche Altersschwäche ein schwer kalkulierbares Risiko. «Bei Gebrauchtwagen ist es wie beim Lotto», sagt Ruhdorfer. «Entweder hat man Glück und bekommt ein Schnäppchen oder man hat kein Glück - und es wird richtig teuer.»

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