Da eine direkte Übertragung der Informationen aus dem Gerichtssaal untersagt ist, erscheint der Ticker um einige Minuten zeitlich verzögert.
+++12.15 Uhr +++ Die Sitzung wird für heute geschlossen. Damit beenden wir auch unseren Live-Ticker auf SÜDKURIER Online. Vielen Dank für Ihr Interesse.
+++12.00 Uhr +++ Das Gericht läßt die Hilfsbeweisanträge zu und tritt wieder in die Beweisaufnahme. Heute wird damit defintiv kein Urteil fallen. Nächster Verhandlungstag ist der 29. Oktober, 9 Uhr. Dann werden die behandelnden Ärzte gehört.
+++11.35 Uhr +++ Der vorsitzende Richter hält nach einer ersten Einschätzung die Zeugenvernahme der Ärzte für hilfreich. Die Kammer zieht sich für eine halbe Stunde zur Beratung zurück.
+++11.32 Uhr +++ Der Verteidiger von Norbert Moosmann Rudolf Fenn plädiert auf Freispruch, weil er andere Tatversionen für ebenso plausibel hält.
+++11.30 Uhr +++ Heute wird es voraussichtlich kein Urteil geben. Der Verteidiger von Norbert Moosmann stellt weitere Hilfsbeweisanträge - unter anderem sollen die Ärzte von Norbert Moosmann vernommen werden - bislang waren diese noch nicht von der ärztlichen Schweigepflicht entbunden worden.
+++11.25 Uhr +++ Die Angeklagten machten während des gesamten Prozesses von ihrem Schweigerecht Gebrauch. Selbst die Angaben zu ihrer Person liesen sie von ihren Verteidigern verlesen.
+++11 Uhr +++ Die Staatsanwaltschaft fordert in ihrem Plädoyer 1 Jahr Gesamtfreiheitsstrafe (auf Bewährung) für Norbert Moosmann. Besonders verwerflich sei, dass Moosmann eine erhebliche Schädigung des Ansehens der Gemeinde in Kauf genommen habe. Für den Lebensgefährten Moosmanns fordert sie 90 Tagessätze à 50 Euro wegen Beihilfe zum Vortäuschen einer Straftat
+++10.45 Uhr +++ Wie auch immer das Urteil heute ausgehen wird: Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung haben nach dem Urteil des Landgerichts die Möglichkeit, vor den Bundesgerichtshof in Karlsruhe zu ziehen und Revision einzulegen.
+++10.30 Uhr +++ Wir haben in der Zwischenzeit weitere Bilder für Sie hochgeladen. Auf einige Beobachter wirkt Norbert Moosmann heute sehr angespannt.
+++10.15 Uhr +++ Für die rund 50 Zuhörer heißt das ersteinmal Pause: die Aufnahmen werden der Öffentlichkeit nicht gezeigt. "Sie können so lange einen Kaffee trinken gehen", so der Vorschlag des vorsitzenden Richters.
+++10.10 Uhr +++ Das Gericht nimmt ein Video der privaten Überwachsungskamera in Rickenbach in Augenschein, das den verdächtigten BMW kurz vor der Tat zeigt. Auch das zeitliche Eintreffen der Polizei - zirka 13 Minuten später - ist zu sehen.
+++10.05 Uhr +++ Im Bundeszentralregister gab es laut Angaben des Gerichts bisher keine Einträge, welche die beiden Angeklagten betreffen.
+++10 Uhr +++ Der vorsitzende Richter liest das Einsatzprotokoll von Polizei und Notdienst vor, welches die Aktivitäten rund um den Anschlag wiedergibt. In einem Bekennerschreiben stand, dass Moosmann abhauen solle, sonst fliege er in die Luft.
+++9.55 Uhr +++ Das Gericht verliest einen Brief des Verteidigers an das Verwaltungsgericht Freiburg, in dem dieser die Vorgänge in Rickenbach beschreibt, in deren Folge sein Mandant eine depressive Störung erlitt.
+++9.50 Uhr +++ Es wird ein Schreiben des Angeklagten Norbert Moosmann verlesen, in dem er Landrat Bollacher seine Eindrücke von seinem ersten Arbeitstag im Rathaus nach längerer Krankheit beschreibt.
+++9.45 Uhr +++ Der Nebenklägervertreter händigt dem Gericht Bilder aus, die zeigen sollen, dass es vom Schmidts-Markt-Parkplatz in Rickenbach eine Verbindung zum Rathaus gibt, die nicht von der Überwachungskamera erfasst wird.
+++9.40 Uhr +++ Bevor es zu den Plädoyers kommt werden noch einige Formalien geklärt. Zunächst verteilt der vorsitzende Richter Bernhard Seyffert ein Schreiben, das er zum Prozess erhalten hat, an Staatsanwaltschaft und Verteidigung. Er geht jedoch nicht näher darauf ein.
+++9.30 Uhr +++ Sehen Sie erste Bilder aus dem Gerichtssaal in unserer Galerie.
+++9.15 Uhr +++ Norbert Moosmann und seinem Lebenspartner wird vorgeworfen, im Juli 2011 einen Anschlag vorgetäuscht zu haben. Durch die Tat hätten sie ein krankheitsbedingtes Ausscheiden Moosmanns aus dem Dienst und höhere Versorgungsbezüge erreichen wollen, so die Staatsanwaltschaft. Alle Hintergrundinformationen finden Sie in unserem Themenpaket.
Chronologie im Fall Moosmann
5. Februar 2007: Norbert Moosmann wird mit 59,6 Prozent der Stimmen im zweiten Wahlgang zum Rickenbacher Bürgermeister gewählt.
Oktober 2007: Moosmann erntet im Gemeinderat erstmals Gegenwind: Seine Idee eines Rathaus-Neubaus und der Zusammenlegung von drei Kindergärten wird mit breiter Mehrheit abgelehnt.
November 2008: Mit der Begründung, sein Privatleben solle nicht an den Rickenbacher Stammtischen diskutiert werden, zieht Moosmann ins 90 Kilometer entfernte Bad Krozingen.
Dezember 2008: Moosmann legt sich mit seiner Verwaltung an: Den Kämmerer suspendiert er, ein Jahr später geht der langjährige Hauptamtsleiter vorzeitig in Ruhestand.
Herbst 2009: Wegen Herzbeschwerden fehlt der Bürgermeister mehrere Monate.
März 2010: Moosmann streicht den Punkt „Wünsche und Anträge“ von der Tagesordnung des Gemeinderats. Diesen hatten die Räte immer wieder zur Kritik am Bürgermeister genutzt.
Sommer 2010: Moosmanns Auto wird beschmiert – mit wasserlöslicher Farbe. Kurze Zeit später erhält er Morddrohungen und ein Paket mit einer toten Maus. Er meldet sich zunächst krank und nimmt dann seinen Jahresurlaub.
September 2010: Nach einigen Tagen wieder im Dienst begibt sich Moosmann wegen eines „posttraumatischen Belastungssyndroms“ in stationäre Behandlung. In Rickenbach wird fortan ein Amtsverweser eingesetzt, der die ehrenamtlichen Bürgermeisterstellvertreter entlasten soll.
Mai 2011: Moosmann klagt gegen das Landratsamt, das ihm den Wiedereinstieg in den Dienst zu seinen Bedingungen verweigert. Er wollte zunächst nur 15 Stunden pro Woche arbeiten, nicht an Wochenenden und auch nicht nach 18 Uhr.
1. Juli 2011: Mit einem Dienstpensum von 50 Prozent kehrt Moosmann ins Rathaus zurück.
3. Juli 2011: Nach einem angeblichen Attentat mit einer Attrappe eines Molotow-Cocktails begibt sich Moosmann erneut in ärztliche Behandlung.
6. Juli 2011: Die Staatsanwaltschaft nimmt Ermittlungen gegen Moosmann und seinen Lebensgefährten wegen des Verdachts auf Vortäuschen einer Straftat auf. Eine Überwachungskamera hatte das Geschehen des vermeintlichen Anschlags aufgenommen.
29. Februar 2012: Das Landratsamt Waldshut erklärt Moosmann für dienstunfähig und versetzt ihn in Ruhestand. Dadurch stehen ihm nicht mehr die vollen Dienstbezüge zu. Moosmann klagt dagegen vor dem Verwaltungsgericht.
+++ 08:55 Uhr +++ Es haben sich bereits erste Fernseh-Teams (etwa das ZDF) vor dem Gericht eingefunden - große Übertragungswagen stehen auf den Parkplätzen.
+++ 08:50 Uhr +++ Damit Sie auf dem neuesten Stand sind: Den 2. Prozess-Tag im Live-Ticker zum nachlesen gibts hier
Norbert Moosmann ist seit 2007 Bürgermeister von Rickenbach. Bereits
nach seinem Wegzug nach Bad Krozingen 2008 kam es zu
Unstimmigkeiten im Gemeinderat. Nach langen Krankheitsausfällen
und einem vermeintlichen Brandanschlag ist der Fall mittlerweile
Deutschlandweit ein Thema.