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Leitartikel Turnier der Hoffnung

07.12.2009
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Noch ein halbes Jahr geht ins Land, bis in Südafrika die Fußball-Weltmeisterschaft angepfiffen wird. Die Vorfreude aber ist schon jetzt riesengroß – genau wie die Hoffnungen der Menschen. Südafrika hat in den vergangenen Jahren Bemerkenswertes vollbracht. Die neuen Stadien gehören zu den schönsten der Welt, in vielen Städten sind Straßen und Flughäfen grundlegend ausgebaut oder modernisiert worden. Und auch das Aufkommen einer kleinen schwarzen Mittelschicht ist ermutigend. Dennoch täten seine Regierung und auch der Weltfußballverband Fifa gut daran, die Erwartungen nicht zu hoch zu schrauben.

Der zarte Wirtschaftsaufschwung seit der Jahrtausendwende und die Vergabe der Fußball-WM an das Land haben bei den Machthabern zu einer Selbstzufriedenheit geführt, die viele Gefahren birgt. Im Grunde müsste Südafrika doppelt so stark wie in den letzten zehn Jahren wachsen, um seine hohe Arbeitslosigkeit von über 25 Prozent und die damit verbundene Armut und Kriminalität wirksam zu bekämpfen. Doch statt ein attraktives Umfeld zu schaffen und seine jungen demokratischen Institutionen zu stärken, versucht der übermächtige ANC die Macht weiter zu bündeln – und das Land durch mehr staatliche Einmischung und Umverteilung auf einen höheren Wachstumspfad zu führen.


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