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Leitartikel Rotes Tal der Tränen

30.09.2009
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Am Tag drei nach dem Wahldebakel tragen die Sozialdemokraten im Südwesten noch immer Trauer. Die SPD müsse sich erneuern, meint Noch-Parteichef Franz Müntefering. Auch im Land will man wieder die Menschen „abholen“. Wie oft hat man das schon gehört im Nachgang der Agenda 2010-Beschlüsse, die die Linken erst hoffähig machten? Wie sehr hat die Südwest-SPD versucht, Bildung und Daseinsvorsorge zu relevanten Themen zu machen? Durchaus mit Erfolg. Mit einem Schlag war am Sonntag alles dahin.

Wieder geht der Wählerfang fast von vorn los. Dass die Landesvorsitzende Ute Vogt nur noch ihr Bundestagsmandat verwalten will, kann man nachvollziehen. Die Rolle des Sisyphus, der alle vier Jahre wieder mit mühevoller Aufbauarbeit beginnt, soll nun ein anderer übernehmen. Doch wer?

Das Dilemma der SPD ist nicht mit einer Personalfrage zu lösen. Irgendwer wird sich schon finden, der Job wird schließlich bezahlt. Doch die Krise der SPD geht tiefer. Ohne klare Aussagen zur Linken, zur Rente mit 67 oder zu Hartz IV wird es nicht mehr gehen. Inhaltliche Positionierungen lassen sich nicht länger hinter Regierungshandeln verstecken. Jetzt gilt es: Rückabwicklung oder Verteidigung?


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