Die Nachfolgerin von CDU-Veteran Helmut Rau lässt es demonstrativ langsam angehen. Bevor sie mit eigenen Ideen vorprescht, will sie Lehrer und Schüler offenbar erst einmal durchatmen lassen, Vertrauen schaffen.
Das ist auch bitter notwendig. Der Vertrauensverlust in die Kultusbehörden zählt zu den schwersten Hypotheken, die Vorgänger Rau der Seiteneinsteigerin aus Bayern vererbt. Am Ende seiner Amtszeit hatte der Minister alle gegen sich – Eltern, Lehrer, Rektoren. Rau steht für ein Kultusministerium, das sich taub stellt und den Draht zur Schule verloren hat. Mit ihm konnte Stefan Mappus keinesfalls in die Landtagswahl 2011 gehen. Ein neues Gesicht musste her – ohne ideologische Altlasten, ohne die Blessuren der Praxis, ohne den Stallgeruch der Partei.
Dauerthema G8 Marion Schick erfüllt diese Voraussetzungen. Die Professorin aus München steht unter enormem Erwartungsdruck. Nirgendwo im Land gibt es so viele Baustellen wie in der Bildungspolitik: Die Hauptschulen kämpfen ums Überleben, die Gymnasien haben das G8 noch nicht verdaut, Schüler und Lehrer stehen weiter unter dem Pisa-Schock. Dazu kommt ein ausgesprochen frostiges Klima. Rau ließ unliebsame Rektoren zum Rapport aufs Regierungspräsidium bestellen, die Vorsitzende des Landeselternbeirats warf frustriert den Bettel hin. Schicks erste Aufgabe wird sein, Scherben zu kitten.

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