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Leitartikel Bis ins ewige Eis

26.02.2010
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Velkomin í Evrópu“ – das „Willkommen in Europa“ fällt noch schwer. Und das liegt nicht nur an der isländischen Sprache. Inzwischen ist es offiziell: Die EU breitet die Arme bis weit in den Nordatlantik aus. Nach dem Willen der Kommission sollen die Außenminister der bisherigen 27er Gemeinschaft schon in Kürze Verhandlungen mit Reykjavik um einen Beitritt aufnehmen – vorausgesetzt die rund 300 000 Einwohner stimmen Anfang März bei einer Volksabstimmung zu. Das Land sei „insgesamt gut vorbereitet“, hieß es in Brüssel. Das hatte die EU 2001 auch gesagt, als man Griechenland den Euro schenkte.

Tatsächlich stellt sich die Frage, warum sich die Union nun so beeilt, die wirtschaftlich praktisch brach liegende Insel retten zu wollen. Bei allem Verständnis für Solidarität: Die Gemeinschaft hat mehr als genug eigene Probleme und muss sich nicht neue Notstandsgebiete einverleiben. Islands Währung ist nichts mehr wert, die Banken hängen am Tropf der Niederlande und Großbritanniens. Und der Zugewinn durch die fischreichen Fanggründe im hohen Norden allein reicht wohl kaum als Argument aus, um sich den Tort anzutun. Könnten Moldawien, die Ukraine oder Weißrussland nicht mit den gleichen Gründen an die europäischen Fördertöpfe drängen?


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