Villingen-Schwenningen
Weitere Turbulenzen um die Hess AG
Villingen-Schwenningen -
Nächster Akt im Wirtschaftskrimi um die Villinger Hess AG. Gestern durchsuchte die Staatsanwaltschaft die Firmenräume in der Lantwattenstraße und nahmen Akten mit.
Auszug aus einer Lagerhalle der Firma Hess. Die Villinger Meckergilde muss ihre Umzugsfahrzeuge vom Firmengelände entfernen.
Auch diese Fahrzeuge und der Container auf dem Hess-Areal müssen weg. Der Vorsitzende der Meckergilde, Martin Weidinger, weiß noch nicht, wohin damit.
Autor:Hahne
Durch den Rückgang des Aktienkurses von um die 15,00 Euro auf jetzt 7,00 Euro pro Aktie hat die Familie Hess privat, rechnet man den Verlust aus dem Altaktienbestand hinzu, in wenigen Wochen mindestens 15 Mio. Euro Verlust erlitten, Tim van Delden und HPE 4 - 6 Mio. Euro und die anderen Investoren zusammen wohl auch mehr als 10 Mio. Euro. (Alles jetzt nur grob gerechnet).
Dass die Betroffenenen nun alles versuchen, um ihr verlorenes Geld zurückzubekommen, den Börsengang zurückzudrehen und dafür, möglicherweise, lieber die Firma Hess AG mit vielen Arbeitsplatzverlusten aufs Spiel setzen, ist wahrscheinlicher denn unwahrscheinlich.
Die Hess AG wollte die 2.645.000 Aktien zu einem Ausgabekurs von zwischen 20 und 23 Euro pro Aktie an der Börse platzieren, also mit einem Bruttoerlös von weit mehr als 50 Millionen Euro.
Tatsächlich war der Bruttoerlös dann 35,65 Millionen Euro, also schon mal um die 20 Millionen Euro weniger.
Der Aktienkurs fiel, insbesondere nach den ersten Gerüchten bis auf unter 6 Euro pro Aktie und hat sich zwischenzeitlich auf zirka 7,00 Euro erholt, was einen Gesamtwert des Aktienpakets von nur noch 18,5 Millionen Euro darstellt.
Anders gesagt haben alle Aktienkäufer, Familie Hess schätzungsweise 8 Millionen Euro, Tim van Delden und seine HPE schätzungsweise um die 4 Millionen Euro und die Streubesitz-Aktionäre etwa 6 Millionen Euro an Wertverlust in wenigen Wochen erlitten.
Auf dieser Basis fehlen dann auch die finanziellen Mittel zur Geschäftsausweitung und zur Rückzahlung der Kredite an die Banken.
Von einem guten Chef hätte ich ein wenig mehr Fingerspitzengefühl erwartet. Ist es denn für das eh angeschlagene Ansehen des Unternehmen so wichtig, dass man die Fahrzeuge der Zunft von jetzt auf nachher räumen muss?
Ist der Raumbedarf der Firma so groß, dass man eine Firmenwohnung von jetzt auf nachher frei machen muss, ohne dass man sich an rechtlich vorgeschriebene Kündigungsfristen hält?
Mir jedenfalls schwant bei derartigem Vorgehen nichts Gutes, weder für die beschäftigten Menschen, noch für die Firma selbst.
Da die Umsätze der Firma Hess AG in den Jahren 2010 und 2011 gegenüber den Umsätzen in 2008 und 2009 überall - mit Ausnahme in Deutschland und der "MENAI-Region" - nur leicht gestiegen und teilweise sogar rückläufig waren, dürfte sich der Verdacht auf in zweistelliger Millionenhöhe fingierter Umsätze auf die Umsätze mit dieser "MENAI-Region" beschränken. Da es sich dabei um Großaufträge mit langfristigen Zahlungszielen handelt, die größtenteils durch Bankakkreditive und Forderungsverpfändungen an die Banken gesichtert sind, ist kaum vorstellbar, dass hier etwas fingiert wurde. Dies hätte sowohl durch die WP-Gesellschaft als auch bei der Due-Diligence Prüfung durch Wirtschaftsprüfer und Banken wegen des Börsengangs bemerkt werden müssen......
:-))))
als Antwort auf das Posting von Cuenot am 31.01.2013 09:06
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Die beiden weiteren möglichen Fehlerquellen, welche den Verdacht auf Bilanzmanipulationen wecken können, sind die ab Berichtsjahr 2010 erfolgte Konzern-Rechnungslegung und die ebenfalls ab 2010 angewandten umfangreichen internationalen Rechnungslegungsänderungsvorschriften.
Sollte hier aber etwas schief gelaufen sein, so müsste man dies eher der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft aus Karlsruhe anlasten, denn es ist kaum anzunehmen, dass die bisherigen Vorstände solch umfassende Kenntnisse der internationalen Rechnungslegungsvorschriften haben, wie dies für die Bilanzierung dergestalt von Nöten ist.
Vermutlich ist der Image-Schaden, der auch durch die teils sachliche, aber auch "Sensations"-Presseberichte für die Firma entsteht, zum Schluß größer als die Kernproblematik selber.
als Antwort auf das Posting von Cuenot am 31.01.2013 09:06
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Musste der geschasste Vorstand auch seine Frau abgeben...??
SK-Zitat von heute:
"Auch die Familie Hess hat in dem Unternehmen offenbar keinerlei Privilegien mehr.
Der abberufene Vorstand musste seinen Dienstwagen offenbar ebenso abgeben wie seine Frau [...]"