Bei den Schwenninger Wild Wings zählt Hess zu den Platin-Sponsoren. Bei dem Eishockey-Zweitligisten ist das Firmenlogo vorne auf dem Trikot vertreten. Auch der Bully-Mittelkreis in der Helios-Arena leuchtet im Rot der Firma Hess. Der Leuchtenhersteller ist mit einer hohen fünfstelligen Summe bei den Wild Wings als Sponsor aktiv.
Thomas Burger, Geschäftsführer der Wild Wings GmbH, kommentiert das Geschäftsverhältnis mit der Firma Hess so: „Wir haben für diese Saison einen Vertrag, der bereits zum Großteil erfüllt ist. Wir gehen davon aus, dass er auch zu 100 Prozent erfüllt wird. Wir machen uns für die Zukunft unsere Gedanken. Jetzt gilt es, die nächste Saison abzuwarten.“
Beim Ligarivalen Lausitzer Füchse weiß man mehr. Die Füchse werden mit einer mittleren fünfstelligen Summe gesponsert, in der Nähe von Weißwasser liegt der zweite große Produktionsstandort von Hess, Löbau. Das Unternehmen habe den Eishockey-Zweitligisten informiert, dass es die Sponsoringvereinbarungen für diese Saison, bis zum 30. April, erfüllen werde, erklärte Pressesprecher Andreas Friebel.
Danach stehe die Hess AG nach Stand der Dinge nicht mehr zur Verfügung. „Wir prüfen, wie es weiterläuft“. Hess „hat uns sehr geholfen, uns fehlen hier die starken Mittelständler“. Hess wirbt auf Helmen und im Bully-Mittelkreis.
Stark vom Engagement der Firma Hess ist der Villinger Weihnachtsmarkt abhängig. „Wir wissen nicht, ob es weitergeht“, berichtete die stellvertretende Vorsitzende, Margot Schaumann: „Die Chancen stehen 50 zu 50.“ Nach der Fastnacht wird der Verein zu einer außerordentlichen Hauptversammlung zusammenrufen.
Dann wird geprüft, ob der Weihnachtsmarkt ohne Zuwendungen des Privatmanns Christoph Hess und des Unternehmens überleben kann. Auf dem Verein lasten Kosten, Hütten wurden gekauft, die abbezahlt werden müssen.
„Wir feiern jetzt zunächst unsere Fasnet“, sagte der Ehrengeneral der Katzenmusik, Heinz Klingele. Christoph Hess lässt derzeit sein Amt als Vorsitzender ruhen, seine Aufgaben während der Fasnet übernehmen die übrigen Vorstände sowie Klingele. „Nach der Fastnacht setzen wir uns zusammen und beraten, wie wir weitermachen.“
„Unser Hauptzuschussgeber war immer die Stadt“, betonte die stellvertretende Vorsitzende des Sinfonieorchesters, Heike Heuser. Die finanziellen Zuschüsse seien eine Sache, die vielfältige Unterstützung eine weitere. „Und dabei haben wir uns auf unseren früheren Vorsitzenden Christoph Hess immer verlassen können.“
Ob bei Tagungsräumen oder bei Transporten, um nur zwei Beispiele zu nennen, „er half immer“. Heuser, die sich über die Entwicklung erschüttert zeigt, sagte, dass das Orchester künftig den Gürtel enger schnallen müsse.
„Wenn wir riefen, waren Christoph und Georges da“, berichtete der Ehrenvorstand des Theaters am Turm, Andreas Erdel. Bei den Sommerproduktionen unterstützten sie das Laientheater, zum Beispiel mit Lastwagen oder mit Equipment. „Für uns war das immer wichtig“, betonte Erdel, den die Entwicklung tief berührt. Die Existenz des Theaters stehe aber nicht auf dem Spiel.
Die Firma Hess, ein Gießereibetrieb, wurde 1947 von Willi Hess gegründet und stellte zuerst Waffeleisen her. 1968 übernahm der Sohn Jürgen G. Hess die Firma mit acht Mitarbeitern. Er entwickelte das Unternehmen zum Hersteller modern gestalteter Außen- und Straßenleuchten aus Metallguss und Straßenmöblierungen. 2007 wurde die GmbH zur Familien-Aktiengesellschaft umfirmiert. Jürgen G. Hess wurde Aufsichtsratsvorsitzender, sein Sohn Christoph Geschäftsführer des Betriebs. Der Börsengang folgte im Oktober 2012. Im SÜDKURIER-Themenpaket finden Sie alle Infos und Bilder rund um das Villinger Unternehmen.
Übersicht | Alle Bildergalerien | Keine Nachricht verpassen mit dem Hess AG RSS-Feed
