Hess bezeichnete sich noch bis vor kurzem gern und stolz als Familienunternehmen. Hatte ein Mitarbeiter Probleme, ging er erst einmal – wie es selbst Gewerkschaftler schildern – zur Familie Hess.
Der Senior- oder der Juniorchef kümmerten sich um das Problem und versuchten die Interessen von Beschäftigten und Firma auszugleichen. Meist mit Erfolg, wie man hört. Durch den Börsengang hätte sich viel geändert, die Vorwürfe gegen die führenden Mitarbeiter beschleunigen den Prozess.
Künftig werden auch die Beschäftigten mit einer Stimme sprechen und sie werden sich auch offensiver als bisher für ihre Rechte einsetzen müssen. Dafür ist der gestern Abend gegründete Betriebsrat das geeignete Podium.
Die Firma Hess, ein Gießereibetrieb, wurde 1947 von Willi Hess gegründet und stellte zuerst Waffeleisen her. 1968 übernahm der Sohn Jürgen G. Hess die Firma mit acht Mitarbeitern. Er entwickelte das Unternehmen zum Hersteller modern gestalteter Außen- und Straßenleuchten aus Metallguss und Straßenmöblierungen. 2007 wurde die GmbH zur Familien-Aktiengesellschaft umfirmiert. Jürgen G. Hess wurde Aufsichtsratsvorsitzender, sein Sohn Christoph Geschäftsführer des Betriebs. Der Börsengang folgte im Oktober 2012. Im SÜDKURIER-Themenpaket finden Sie alle Infos und Bilder rund um das Villinger Unternehmen.
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