Mein
16.02.2013  |  Zum Artikel

Villingen-Schwenningen Insolvenz nach vier Monaten Börse

Villingen-Schwenningen -  Die Hess AG hat einen traurigen Rekord aufgestellt. Noch nie musste jemand bereits nach vier Monaten nach Börsengang Insolvenz anmelden.

Die Hess-Insolvenz und ihre Folgen.  Bild: Zeichnung: Schöb

  •  
    Das Vermögen der Familie Hess schmolz dahin?
    Wohl kaum, denn so wie ich es verstehe, hat die Familie Hess für Ihren Aktienanteil doch nichts bezahlt, sondern lediglich die Firma eingebracht. Die 36,5 Millionen wurden doch ausschließlich von den neuen Aktionären aufgebracht. Wenn diese 36,5 Millionen bereits nach 4 Monaten vervespert sind, drängt sich mir die logische Überlegung auf, dass die Firma bereits zum Zeitpunkt des Börsengangs schon massiv überschuldet sein musste. In diesem Fall hätte die Familie Hess bereits zum Zeitpunkt des Börsengangs ihr Firmenvermögen verloren gehabt. Spannend dürfte in diesem Zusammenhang natürlich auch die Frage sein, wozu das Geld aus dem Börsengang verwendet wurde. Laut Börsenprospekt sollten rund 10 Millionen zur Rückzahlung von Darlehen und damit indirekt zu Rückzahlung privaten Risikokapitals (Genussrechte) verwendet werden. Die Frage, wer diese privaten Geldgeber sind, die offensichtlich rechtzeitig ihre Investition gerettet haben, sollte schon gestellt werden. Waren es etwa Insider? Und w
  •  
    Zirka 40% der im Oktober 12 ausgegebenen Aktien
    Von Peter Cuenot (715 Beiträge) am 17.02.2013 13:45
    sind in Streubesitz, d.h. 14 - 14 Millionen Euro kamen von anderen Aktionären als von den beiden Hauptaktionären welche also etwa 20 - 22 Mio. Euro eingebracht haben; die Gesamtsumme von über 30 Mio. Euro haben die Banken auf den Konten eingefroren.
    als Antwort auf das Posting von herbievs am 17.02.2013 12:16
    Dieses Posting hat den Diskussionszweig eröffnet
  •  
    Das stimmt so leider nicht
    Die Familie Hess hat anlässlich des Börsengangs nach meiner Überzeugung wohl kaum eigenes Geld investiert. Schauen Sie mal in den Börsenprospekt und die Unterlagen auf der Firmenwebseite. Die Hess AG hat aktuell 5.216.667 Aktien. Beim Börsengang wurden 2.645.000 neue Aktien ausgegeben. Hierfür wurden 40.997.500 € bezahlt. Die restlichen 2.571.667 Aktien sind offensichtlich der Gegenwert für den damals festgestellten Firmenwert. Dafür haben die Alteigentümer sicher nichts bezahlt, denn die Firma war bisher ja in ihrem Eigentum. Am 24./25.10.2012 hat Herr Jürgen Hess 162.000 Aktien für 2.527.200 € verkauft. Damit sollten noch 46,1% der Aktin bei den Alteigentümern liegen und der Rest in Streubesitz bzw. des Finanzinvestors.
    als Antwort auf das Posting von Cuenot am 17.02.2013 13:45
    Dieses Posting hat den Diskussionszweig eröffnet
  •  
    Habe leider falsch gelesen
    Herr Jürgen Hess hat nicht Aktien im Wert von ca. 2,5 Mio verkauft sondern am 24.10 81.000 Aktien gekauft und diese dann am 25.10. wieder verkauft. Ich hatte beides als Kauf wahrgenommen. Das tut mir leid und ich bitte in aller Form hierfür um Entschuldigung.
    als Antwort auf das Posting von herbievs am 17.02.2013 17:21
    Dieses Posting hat den Diskussionszweig eröffnet
  •  
    Aktionärsstruktur, Bankenkonsortium, Neuemissionsbericht und Unternehmensbericht...
    Von Peter Cuenot (715 Beiträge) am 17.02.2013 17:56
    Sind einzusehen unter:
    http://www.comdirect.de/inf/aktien/detail/firmenportrait/unternehmensbericht.html?ID_IPO=17106&ID_NOTATION=71579046

    Aktionäre sind: Hess Grundstü.. 39,93%, Streubesitz 35,24%, HPE Pro Insti.. 20,54%, Julius Baer M..3,71%, M.M. Warburg .. 0,58%

    Die Marktkapitalisierung zum Emissionstermin über zirka 80 Millionen Euro im Oktober 2012 ergibt sich aus zirka 2,6 Millionen Altaktien und den neu ausgegebenen 2,6 Mio. neuen Aktien, also insgesamt etwa 5,2 Millionen Aktien zum Kurs von 15,50 Euro.
    als Antwort auf das Posting von herbievs am 17.02.2013 17:21
    Dieses Posting hat den Diskussionszweig eröffnet
  •  
    Nachtrag
    Und wo sind die restlichen 26,5 Millionen geblieben? Ich denke was hier abläuft ist auf jeden Fall ein Wirtschaftskrimi bei dem niemand in der Öffentlichkeit abschätzen kann wer der Gute und wer der Böse ist. Es wird also noch spannend bleiben im Fall der Hess AG
    als Antwort auf das Posting von herbievs am 17.02.2013 12:16
    Dieses Posting hat den Diskussionszweig eröffnet
  •  
    Das Thema Hess AG kann man in wenigen Sätzen ....
    Von Peter Cuenot (715 Beiträge) am 16.02.2013 19:21
    zusammenfassen und Schlußfolgerungen daraus ziehen:

    A) Falls die Vorwürfe zutreffen, Umsätze in zweistelliger Millionenhöhe, welche in den Bilanzen/Jahresabschlüssen 2011/2012 ausgewiesen sind, hätten gar nicht stattgefunden, wären also fingiert gewesen, dann treffen die Aussagen im Artikel in jeder Hinsicht den Nagel voll auf den Kopf.

    B) trifft A) zu und sind die Wirtschaftsprüfer und die Due-Diligence Prüfer beim Börsengang in irgendeiner Weise darin verwickelt, müsste die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen entsprechend ausweiten.

    C) Betrifft das Ganze aber Vorgänge, die lediglich in der Schwierigkeit der Zahleninterpretation von bestimmten Bilanzpositionen oder gar im "Unterschieben von angeblichen Straftaten" seitens einer bestimmten Interessengruppe bestehen, dann müssten Hess und Ziegler sowie alle weiteren Verantwortlichen, inkl. Wirtschaftsprüfer, hier schnellstmöglich - also innerhalb von Tagen - aufklären, damit noch zu retten ist, was zu retten ist.
  •  
    Hess-Interview in der WirtschaftsWoche
    Von Annina Reimann (2 Beiträge) am 16.02.2013 15:30
    Die Wirtschaftswoche hat als erstes Medium mit Christoph Hess gesprochen, das Interview finden Sie unter http://www.wiwo.de/finanzen/boerse/insolventer-leuchtenhersteller-hess-ex-chef-hess-wirft-nachfolgern-manipulation-vor-seite-all/7788466-all.html
  •  
    @ Annina Reimann
    Von Peter Cuenot (715 Beiträge) am 17.02.2013 10:18
    Die Ausführungen von Chr. Hess sind in der Sache glaubwürdig, jedoch begeht er, meiner Ansicht nach, zwei schwere rechtliche Fehler.

    Mit der Aussage im Interview, er könne nichts dazu sagen, ob der ehemalige Finanzvorstand P. Ziegler Umsätze fingiert haben könnte verschweigt er, dass er als Ex-Vorstand natürlich für jeden etwaigen solchen Vorgang mitverantwortlich ist, diesen kennen muss; er unterzeichnete ja auch sämtliche rechtsrelevanten Dokumente wie Bilanzen, Jahresabschlüsse etc.

    Auch hätte H. Hess - auf der Grundlage seiner Darlegungen im Interview - mit allen Mitteln verhindern müssen, dass es überhaupt zu einer Insolvenzanmeldung kommt, denn es liegt auf der Hand, dass das Gerücht angeblich in zweistelliger Millionenhöhe fingierter Umsätze gestreut wurde, um den Aktienkurs zu zerschmettern, dass sich HPE und einige andere jetzt und später auf Kosten der übrigen Aktionäre u. Mitarbeiter der Firma Hess bereichern können.
    als Antwort auf das Posting von Reimann am 16.02.2013 15:30
    Dieses Posting hat den Diskussionszweig eröffnet
  •  
    Interview mit Christoph Hess in der Wirtschaftswoche
    Von Annina Reimann (2 Beiträge) am 16.02.2013 15:28
    Die Wirtschaftswoche hat als erstes Medium mit Christoph Hess gesprochen, das Interview finden Sie unter http://www.wiwo.de/finanzen/boerse/insolventer-leuchtenhersteller-hess-ex-chef-hess-wirft-nachfolgern-manipulation-vor-seite-all/7788466-all.html
  •  
    Teil 1 - die Akteure haben den Bogen überspannt
    Von Dieter Liepold (404 Beiträge) am 16.02.2013 11:41
    ● Unverhältnismäßig zu reagieren und sich einseitig zu bedienen sind offenkundig die signifikanten Merkmale des neuen Vorstandes, was den Aktiensturz = Kapital-Verlust ausgelöst und beschleunigt hat, unabhängig davon, ob und in welchem Umfang mögliche Vorwürfe zutreffen.
    ● Statt Aufklärung vom alten Vorstand und deren Prüfer, wie
    ● » dhmp GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Karlsruhe « und/oder
    ● Landesbank BW, einzufordern, wird eine Armada von Anwälten, Wirtschaftsprüfern installiert, die die Kapitalvernichtung weiter forcieren.
  •  
    Teil 2 - die Akteure haben den Bogen überspannt
    Von Dieter Liepold (404 Beiträge) am 16.02.2013 11:36
    ● Allein - circa - 10 Anwalts-, Wirtschaftsprüfer-Gruppierungen sind inzwischen involviert. Davon dienen offenbar fünf ausschließlich den Interessen des zweiten Großaktionärs HPE, der den neuen Vorstand, Dr. T. Becker, inthronisierte.
    ● Offenbar wurden diese Mandate durch HPE, Aufsichtsrat und Vorstand erteilt :
    ● 1.) Görg, Köln, Dr. Christian Bärenz
    ● 2.) P+P Pöllath + Partners, München, Team 1: Dr. Wolfgang Grobecker
    ● 3.) P+P Pöllath + Partners, München, Team 2: Dr. Frank Thiäner
    ● 4.) Ebner Stolz Mönning Bachem, Stuttgart, Dr. Volker Hecht und Dr. Wolfgang Russ
    ● 5.) Freshfields Bruckhaus Deringer, Hamburg, Prof. Dr. Christoph H. Seibt
    http://www.juve.de/nachrichten/namenundnachrichten/2013/02/pleite-nach-bilanzskandal-grub-brugger-stelt-hess-insolvenzverwalter-arger-geht-weiter
  •  
    Teil 3 - die Akteure haben den Bogen überspannt
    Von Dieter Liepold (404 Beiträge) am 16.02.2013 11:33
    Zu beachten ist, siehe » Juve « - eine juristische Fachpublikation - , 14. 02. 2013:
    ● "" Mit der Sonderprüfung sei ausgerechnet Pöllath beauftragt, die bislang den Großaktionär HPE beriet.""
    ● Dr. Till Becker, Alleinvorstand, der es offensichtlich wiederkehrend mit der Wahrheit nicht so genau nimmt, hat aber erklärt, dass neutrale, unabhängige Prüfer eingesetzt werden.
    ● Im Insolvenz-Verfahren stecken Chancen. Dafür ist der vorläufige Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Mucha - Kanzlei Grub Brugger & Partner
, Stuttgart, ein guter Garant. Sachlichkeit kehrt zurück, die bisher bei allen Beteiligten zu kurz kam. Vor allen Dingen beim zweiten Großaktionär , Private-Equity-Gesellschaft HPE Pro Institutional Fund P.V - vertreten durch Tim van Delden und dessen Alleinvorstand Dr. Till Becker, seine Entlohnung und Wirken gehört dringend auf den Prüfstand.
  •  
    Dem ist nichts hinzuzufügen
    Auch ich setze auf die Kompentenz des vorläufigen Insolvenzverwalters. Er hat auch in der Hand überzogen Beauftragungen an Wirtschaftsprüfungsunternehmen und sonstige Akteure zu stoppen.
    als Antwort auf das Posting von rata am 16.02.2013 11:33
    Dieses Posting hat den Diskussionszweig eröffnet
  • Schreiben Sie Ihre Meinung
    Überschrift
    Text


    noch 1000 Zeichen
     Bei jedem neuen Beitrag in dieser Diskussion erhalten Sie automatisch eine Benachrichtigung.
    Unsere Community-Regeln

Jetzt Newsletter anfordern:
© SÜDKURIER GmbH 2014