"Wir ermitteln gegen zwei Beschäftigte wegen Beihilfe", erklärte am Montag Peter Lintz, Sprecher der Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität in Mannheim auf Anfrage des SÜDKURIER. Wie berichtet, hatte der Aufsichtsrat der Hess AG ihre beiden Vorstände Christoph Hess (Vorsitz) und Peter Ziegler (Finanzen) wegen des Verdachts auf Bilanzmanipulation ad hoc entlassen.
Wie ebenfalls berichtet, ermittelt die Staatsanwaltschaft auch wegen des Verdachts auf Anlagebetrug. Hier geraten die Vorgänge um den Börsengang des Leuchtenherstellers im Oktober 2012 ins Blickfeld. Sollte die Firma hier mit falschen Zahlen um das Anlegervertrauen geworben haben, drohen Schadensersatzforderungen in Millionenhöhe. Bestätigt sich indessen der Verdacht auf Bilanzmanipulation, drohen den Verantwortlichen mehrjährige Freiheitsstrafen ohne Bewährung. Die Ermittlungen der Staatsanwälte können noch Monate dauern, heißt es.
Die Firma Hess, ein Gießereibetrieb, wurde 1947 von Willi Hess gegründet und stellte zuerst Waffeleisen her. 1968 übernahm der Sohn Jürgen G. Hess die Firma mit acht Mitarbeitern. Er entwickelte das Unternehmen zum Hersteller modern gestalteter Außen- und Straßenleuchten aus Metallguss und Straßenmöblierungen. 2007 wurde die GmbH zur Familien-Aktiengesellschaft umfirmiert. Jürgen G. Hess wurde Aufsichtsratsvorsitzender, sein Sohn Christoph Geschäftsführer des Betriebs. Der Börsengang folgte im Oktober 2012. Im SÜDKURIER-Themenpaket finden Sie alle Infos und Bilder rund um das Villinger Unternehmen.
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