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05.02.2013  |  0 Kommentare

Villingen-Schwenningen Ermittlungen gegen Hess-Mitarbeiter

Villingen-Schwenningen -  Jetzt sind auch Mitarbeiter der Hess-AG in den Fokus der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft geraten.

Der Stammsitz der Hess AG in VS-Villingen aus der Luft fotografiert.  Bild: Hess AG



"Wir ermitteln gegen zwei Beschäftigte wegen Beihilfe", erklärte am Montag Peter Lintz, Sprecher der Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität in Mannheim auf Anfrage des SÜDKURIER. Wie berichtet, hatte der Aufsichtsrat der Hess AG ihre beiden Vorstände Christoph Hess (Vorsitz) und Peter Ziegler (Finanzen) wegen des Verdachts auf Bilanzmanipulation ad hoc entlassen.

Das Aufsichtsratsvotum fiel nach Angaben eines Firmensprechers einstimmig und ohne Gegenstimme aus. In dem Gremium stimmte damit auch der Vater von Christoph Hess für die sofortige Freisetzung seines Sohnes Christoph Hess.

Wie ebenfalls berichtet, ermittelt die Staatsanwaltschaft auch wegen des Verdachts auf Anlagebetrug. Hier geraten die Vorgänge um den Börsengang des Leuchtenherstellers im Oktober 2012 ins Blickfeld. Sollte die Firma hier mit falschen Zahlen um das Anlegervertrauen geworben haben, drohen Schadensersatzforderungen in Millionenhöhe. Bestätigt sich indessen der Verdacht auf Bilanzmanipulation, drohen den Verantwortlichen mehrjährige Freiheitsstrafen ohne Bewährung. Die Ermittlungen der Staatsanwälte können noch Monate dauern, heißt es.


Chronologie der Hess-Turbulenzen
  • Montag; 21. Januar: Einstimmig beschließt der Aufsichtsrat die Abberufung der Vorstände Christoph Hess und Peter Ziegler wegen des Verdachts auf Bilanz-Manipulationen.
  • Dienstag, 22. Januar: Christoph Hess teilt mit: Die gegen mich erhobenen Vorwürfe kenne ich nur aus der Presse und kann sie nicht nachvollziehen.
  • Mittwoch, 23. Januar: Die Staatsanwaltschaft nimmt Ermittlungen auf. Die Familie Hess kündigt an, über ihre Aktienmehrheit (39,9 Prozent) Aufsichtsrat und Vorstand des Unternehmens neu besetzen zu wollen.
  • Donnerstag, 24. Januar: Seniorchef Jürgen G. Hess bietet an, die Leitung des Unternehmens zu übernehmen.
  • Freitag, 25. Januar: Neuer Vorstand Till Becker stellt sich den Mitarbeitern vor. Eine Firmensprecherin lehnt die Rückkehr von Jürgen G. Hess ab.
  • Montag, 28. Januar: Am Montag bekam der Ehrenvorsitzende der Meckergilde Horst Schätzle einen Anruf aus der Firma Hess, dass der Verein ohne Wenn und Aber sofort das Hess-Gelände räumen müsse, wo der Fasnet-Verein seit drei Jahren seine vier Umzugsfahrzeuge, seine Häser und andere Utensilien in und vor einer Halle lagern durfte.
  • Mittwoch, 30. Januar: Beamte der Landespolizeidirektion Freiburg haben im Auftrag der Staatsanwaltschaft Mannheim die Firmenräume durchsucht, Akteneinsicht genommen und Dokumente mitgenommen. Auch im Privathaus von Christoph Hess in Villingen haben die Beamten aus Freiburg Papiere beschlagnahmt.
 

Weitere Bildergalerien

Die Firma Hess, ein Gießereibetrieb, wurde 1947 von Willi Hess gegründet und stellte zuerst Waffeleisen her. 1968 übernahm der Sohn Jürgen G. Hess die Firma mit acht Mitarbeitern. Er entwickelte das Unternehmen zum Hersteller modern gestalteter Außen- und Straßenleuchten aus Metallguss und Straßenmöblierungen. 2007 wurde die GmbH zur Familien-Aktiengesellschaft umfirmiert. Jürgen G. Hess wurde Aufsichtsratsvorsitzender, sein Sohn Christoph Geschäftsführer des Betriebs. Der Börsengang folgte im Oktober 2012. Im SÜDKURIER-Themenpaket finden Sie alle Infos und Bilder rund um das Villinger Unternehmen.

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