Sie sehen Titel, die andere frühestens im Weihnachtsgeschäft zu Gesicht bekommen. Viele Besucher zieht es zu den großen Blockbustern für Konsole oder PC. Doch es gibt auch viele Aussteller, die Spiele für den Browser oder fürs Smartphone im Gepäck haben.
„Der vielleicht wichtigste Trend in diesem Jahr ist das sogenannte Mobile Gaming“, sagt Maximilian Schenk, Geschäftsführer des Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU). Dabei geht es nicht so sehr um mobile Konsolen-Plattformen wie Nintendos 3DS oder Sonys Playstation Vita, sondern eher um Spiele für Tablets oder Smartphones. Ihnen ist 2012 zum ersten Mal ein eigener Bereich auf der Gamescom gewidmet.
Dort werden nicht nur Games für Gelegenheitsspieler zu sehen sein, verspricht Schenk: „Es gibt neben den Casual Games einen Trend hin zu größeren Eigenproduktionen, die teils auch ausschließlich für mobile Plattformen entwickelt werden.“ Weil Smartphones und Tablets immer öfter Zwei- oder Vierkernprozessoren an Bord haben, reicht ihre Leistung auch für grafisch anspruchsvollere Titel. Mit dem Anspruch steigt allerdings auch der Preis: Spielepreise von über 5 Euro sind heute bei Android und iOS keine Seltenheit mehr. Lange Zeit wechselten mobile Spiele nur für 1 Euro oder weniger den Besitzer.
Browser Games oder Social Games, die inzwischen auch unabhängig von sozialen Netzwerken gespielt werden, sind dagegen oft kostenlos – zumindest am Anfang. Die Zauberformel lautet Free-to-play: Zahlen muss der Spieler erst, wenn er schon eine Weile dabei ist – für Ressourcen in Strategie- oder Gegenstände in Rollenspielen. „Mit diesem Geschäftsmodell ist in der Vergangenheit sehr viel Geld verdient worden“, sagt Jörg Müller-Lietzkow, Professor für Medienorganisation an der Universität Paderborn. Allerdings bevorzugt längst nicht jeder Spieler mobile Plattformen oder Free-to-play-Spiele. Manche wollen auch weiter ganz klassisch auf Konsole oder PC die Blockbuster für 50 bis 60 Euro spielen. Und auch aus diesem Bereich wird es auf der Messe reichlich Neues geben.
Insgesamt rechnen die Veranstalter mit 300 Premieren, erklärt Koelnmesse-Sprecher Franko Fischer. Zu den Publikumsrennern auf der Messe gehört „Tomb Raider“, das die altbekannte Geschichte der Schatzjägerin Lara Croft als hartes Survivalabenteuer neu erzählt. Und auch die neuesten Ableger der Fußballsimulationen „PES“ und „FIFA“ können in den Messehallen angetestet werden.
Vom 15. bis 19. August 2012 findet die große interaktive Computerspiel-Messe in Köln statt. Hier bleiben Sie auf dem Laufenden.