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Wirtschaft Bilder: Sony - ein Konzern verliert den Anschluss (11 Bilder)

Einst schuf Sony erfolgreiche Innovationen. Walkman, Playstation oder die CD - alle Erfindungen haben erfolgreich die Welt erobert und stehen auch für ein Lebensgefühl einer bestimmten Generation. Heute warten Sony-Fans vergeblich auf Produkte, die die von Apple oder Samsung in den Schatten stellen. Der einst erfolgreiche Konzern steckt tief in der Kreativitätskrise. Die tiefroten Zahlen zeigen, dass Sony dringend neue Absatzbringer braucht.
Wie der Walkman: Er war 1979 eine kleine Revolution. Sony war mit dem ersten tragbaren Kassetten-Recorder technologisch seinen Konkurrenten weit voraus. Schon bald gehörte der Walkman samt Kopfhörern zum Life-Style - vor allem bei Jugendlichen. Er wurde für manche zum ständigen Begleiter, der sich bequem in die Jackentasche stecken ließ.
Auch heute noch gibt auf dem Walkman Musik für unterwegs. Die Musik kommt dabei nicht mehr vom Tonband, sondern voll digital von der Festplatte. Er ist noch kompakter geworden und teilweise kaum größer als ein Feuerzeug. Opitsch schön - auf dem Bildschirm werden die gespielten Titel samt der Interpreten angezeigt. Sonys Problem: Sie waren nicht die ersten. Apples iPod war der moderne Walkman und verkaufte das richtige Lebensgefühl.
Schwer zu sagen, wo Sonys Innovationsgeist geblieben ist. Schließlich waren die Japaner auch dafür verantwortlich, dass jahrelang die Musik vorzugsweise von flachen silbernen Scheiben kam. Der Konzern entwicklete gemeinsam mit Philips die Compact Disc, die CD. Auf ihr haben 74 Minuten Musik Platz - so viel Zeit, wie Beethovens Neunte in Anspruch nimmt.
Der Song aus der Erinnerung und für die Ewigkeit. Welches Lied ist das, bei dem Sie alle anderen vergessen können?
Ein Problem von Sonys Strategie ist sicherlich auch, dass der Konzern stets versuchte, eigene Formate am Markt zu etablieren - so wie einst die CD. Mit der Minidisc war Sony zwar in seinem Heimatland Japan erfolgreich, dennoch konnte sich das Format international nicht durchsetzen. Vor allem die fehlende Kompatibilität zu anderen Geräten machte eine Marktdurchdringung schwer.
Sonys Einstieg in die Computerwelt gelang 2003 mit einem  Laptop unter dem Namen Vaio. Heute hat Sony außerdem zwar auch Tablet-PCs im Angebot, allerdings ist ihnen die Konkurrenz um Nasenlängen voraus.
Revolution für Spielefreaks war Sonys erste Playstation. Sie machte das Spielen an einem normalem Fernseher möglich - schnell, in Farbe und mit guter Grafik. Damit setzte sich das Unternehmen vom Konkurrenten Nintendo ab. Die neue tragbare Playstation Vita sollte sich mit 3D-Monitor und Touchscreen auch von der Konkurrenz absetzen, verpasste aber die geplante Markteinführung vor Weihnachten.
Sonys Stärke lag auch in der Verkleinerung von technisch kompakten geräten. Das gelang auch bei den digitalen Camcordern. Im Profibereich haben Kameras von Sony nach wie vor einen guten Ruf.
Sony kann auch Handy. Gemeinsam mit dem schwedischen Konzern Ericsson entwickeln die Japaner noch heute tragbare Telefone, die als Smartphone längst mehr können als nur telefonieren. Und auch um einiges schlanker daher kommen als diese Modelle aus dem Jahr 2003.
Noch ein verschlafener Trend: Sony hielt lange an seiner Fernsehtechnologie mit den Röhrenbildschirmen fest. Die Konkurrenz investierte in energiesparsame und scharfe Flachbildschirme und zog am ehemaligen Marktführer für Fernseher vorbei.
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