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Themenpaket: lebensmittelskandale

Ernährung Bilder: Dioxin-Eier und Gammelfleisch: Die größten Lebensmittelskandale (12 Bilder)

Mit Frostschutzmittel angereicherter Wein: Im Jahr 1985 wird der giftige Stoff Diethylenglycol, der unter anderem als Frostschutzmittel oder zur Synthese von Polyester-Harzen verwendet wird, in gepanschten Weinen aus Deutschland und Österreich gefunden. Die Winzer haben ihn als Geschmacksverstärker und Süßungsmittel eingesetzt. Diese Machenschaften fliegen auf, als einer der Winzer das Frostschutzmittel steuerlich absetzen will. Mehrere Winzer werden festgenommen und zu hohen Haftstrafen verurteilt. Millionen Flaschen Wein werden aus dem Handel genommen und vernichtet. Das BIld vom 31. Juli 1985 zeigt, wie Bürger Flaschen mit gepanschtem Wein in eigens dafür aufgestellte Container werfen.
Ekel-Fleisch: Im Jahr 1993 liegt vergammeltes Fleisch in den Supermarkt-Kühltruhen. Dazu kommt es, weil das Fleisch, das schon verdorben in den Zerlegebetrieben der Schalchthöfe anekommen und dessen Weiterverarbeitung von zuständigen Veterinären untersagt worden ist, trotzdem heimlich weiterverarbeitet wird. Weil das Fleisch so sehr stinkt, erhalten die Schlachthofmitarbeiter teilweise sogar eine Sonderprämie für die eigentlich nicht zumutbare Arbeit. Auf dem Foto wird eine Fleischprobe im Labor auf Verzehrstauglichkeit untersucht.
Angst vor Rinderwahnsinn: Ein Skandal um illegale Rindfleisch-Importe aus Großbritannien verunsichert die Verbraucher. Aus Angst vor der Rinderseuche BSE werden in Deutschland tausende Tiere getötet, der Konsum von Rindfleisch geht drastisch zurück. Als Auslöser der Krankheit gilt die Verfütterung von Tiermehl und Tierfett, die 2001 europaweit verboten wird. Das Foto zeigt Markus Leuenberger von der virologischen Abteilung des Schweizer Tollwutzentrums, der  den Schädel einer vermutlich an BSE erkrankten Kuh aufsägt, um an das Gehirn des Tieres zu gelangen.
Antibiotika-Shrimps: Im Jahr 2001 gelangen Shrimps aus China, die mit dem in der EU verbotenen Antibiotikum Chloramphenicol verseucht sind, über die Niederlande nach Deutschland. Das aus diesen Garnelen erzeugte Fischmehl wird an Geflügel und Schweine verfüttert. Die EU beschließt daraufhin die Einfuhr von Shrimps, Geflügel, Honig und Kaninchenfleisch aus China zu verbieten. Chloramphenicol kann unter Umständen zu Blutkrebs führen.
Schlachtabfälle als Lebensmittel: Im Jahr 2005 sind mindestens 50 Betriebe und Lager in mehreren Bundesländern in Geschäfte mit verdorbenem Fleisch verwickelt. Große Mengen werden zu Döner, Bratwurst und Geflügelnuggets verarbeitet. Besonders großes Aufsehen erregt ein Unternehmer aus dem bayrischen Deggendorf. Er importiert Tonnenweise Geflügelabfälle aus der Schweiz, die eigentlich als Tierfutter gedacht sind, deklariert sie um und verkaufte sie an Lebensmittelproduzenten weiter. Gesundheitsgefahr besteht zwar nicht, da alle weiterverkauften Abfälle hoch erhitzt verarbeitet werden, eklig ist es allemal.  Der Unternehmer muss dafür vier Jahre und drei Monate in Haft.
Abgelaufenes Hackfleisch: Ebenfalls im Jahr 2005 werden in zwei Filiale einer Supermarktkette bei Hannover Mitarbeiter beim Manipulieren von Fleischverpackungen ertappt. Sie verpacken Hackfleisch mit abgelaufenem Verfalssdatum neu und verlängern den Ablauftermin somit. Mitarbeiter und Kunden anderer Supermärkte melden sich daraufhin mit ähnlichen Vorwürfen.
Gammel-Eier: Im Jahr 2006 soll ein Unternehmen aus Oberbayern im großen Stil verdorbene Eier zu Flüssig-Ei verarbeitet haben. Sowohl angeschlagene als auch verschmutze oder verdorbene Eier werden als Flüssig-Ei bundesweit an Großbäckereien und Nudelhersteller geliefert. Bekannt wurde der Skandal durch die Anzeige zweier ehemaliger Mitarbeiter der Firma.
Mäusekot-Mozzarella: So schön und weiß wie auf dem Foto sah der Mozzarella nicht aus, der im Jahr 2008 aus Italien kam und unter anderem in deutsche Kühltheken gelangte. Insgesamt sollen rund 11 000 Tonnen des mit Würmern und Mäusekot verunreinigten Käses europaweit als frische Ware in Supermärkten angeboten worden sein.
Dioxin-Skandal: Im Jahr 2010 wird Dioxin belastetes Bio-Futtermittel aus den Niederlanden in elf Bundesländer geliefert. mehrere Legehennenbetriebe müssen geschlossen werden. Im Dezember desselben Jahres werden erneut belastete Proben von Eiern und Geflügelfleisch gefunden. Als Quelle erweist sich der Futtermittelproduzent Harles und Jentzsch, der für die Futterherstellung Fette aus der Biodieselproduktion verwendet hat. Nach Schätzungen der Bundesregierung werden 2010 bis zu 3000 Tonnen belastetes Tierfutterfett hergestellt und an Legehennen, Mastschweine und Mastgeflügel verfüttert.
Todbringender EHEC-Keim: Im Mai 2011 erleiden mehrere hundert Menschen bundesweit eine Infektion mit dem besonders aggressiven EHEC-Erreger. Viele der Erkrankten müssen stationär in Krankenhäusern behandelt werden, rund 40 Menschen sterben an den Folgen der Infektion. Die Behörden warnen vor dem Verzehr roher Tomaten und Blattsalate. Unmengen von Gurken werden wegen des Verdachts, die Keimträger zu sein, vernichtet. Später stellt sich heraus, dass die Krankheit von belasteten Sprossen aus Ägypten ausgelöst worden ist. Auf dem Foto wird eine verdächtige Gurke am 30. Mai 2011 im Labor auf die Untersuchung vorbereitet, die zeigen soll, ob das Gemüse mit verotoxinbildenden E.coli-Bakterien versucht ist.
Mäusekot bei Müller-Brot: Im Jahr 2012 verhängen die zuständigen Behörden einen Produktionsstopp in einer Brotfabrik bei München, da Kontrolleure wiederholt Mäusekot und Speisereste früherer Produktionen in Maschinen der Bäckerei gefunden haben. Die Bäckereikette Müller-Brot meldet daraufhin Insolvenz an.
Pferdelasagne: Im Zuge des aktuellen Pferdefleischskandals nehmen immer mehr Supermärkte verschiedene Fertigprodukte aus den Regalen. Denn: obwohl Rind drauf steht, ist Pferd drin. Auf dem Foto untersucht eine Mitarbeiterin des niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit am 15. Februar 2013 in einem Labor eine Lasgneprobe auf Pferdefleisch.
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