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Bilder: 100 Tage Bundespräsident Gauck (19 Bilder)

Vor genau 100 Tagen: Joachim Gauck legt seinen Amtseid als Bundespräsident ab. Der evangelische Pfarrer und DDR-Oppositionelle war von der Bundesversammlung mit großer Mehrheit im ersten Durchgang gewählt worden.
Die Riege der Altbundespräsidenten nebst Gattinnen:  Horst Köhler (rechts) mit Eva Luise Köhler und Christian Wulff mit Bettina haben Gaucks Vereidigung verfolgt. Köhler trat als erster Präsident der Republik in diesem Amt zurück. Wulff folgte ihm mit einer noch kürzeren Amtszeit.
Rollentausch: Noch im Juni 2010 gratulierte Joachim Gauck dem frischgebackenen Bundespräsidenten Christian Wulff. Dieser wurde erst im dritten Anlauf von der Bundesversammlung gewählt. Nur 20 Monate später wurde aus dem Gratulanten Wulffs Nachfolger.
Blumen von der Kanzlerin: Nach seiner Wahl am 18. März gratuliert Angela Merkel dem neuen Staatsoberhaupt. Damit stehen nicht nur zwei Ostdeutsche an der Staatsspitze, sondern auch zwei Protestanten. Über das Verhältnis der beiden wird viel spekuliert.
Als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten wurde Gauck nämlich schon 2010 gehandelt. Damals setzte Merkel Christian Wulff durch - und musste nach dessen unrühmlichem Rücktritt ihre Fehlentscheidung eingestehen. Gauck wurde schließlich von CDU/CSU, SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen nominiert.
Ein anderer Stil: Kurz nach seiner Wahl 2010 luden Christian und Bettina Wulff bereits zum  Sommerfest in den prächtigen Garten von Schloss Bellevue ein. Der unterlegene Bundespräsidenten-Kandidat Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt waren nebst zahlreichen Prominenten auch eingeladen.
Zwei Jahre später wurde aus dem Sommerfest ein Demokratiefest. Statt Berliner Prominenz und Stars und Sternchen, lädt Bundespräsident Joachim Gauck Jugendliche ein. Statt Canapés und Champagner gibt es Brezeln und Apfelsaft. Spaß haben scheinbar trotzdem alle.
Gauck fühlt sich in seinem Amt wohl: Er repräsentiert die Bundesrepublik souverän und selbstbewusst, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Seine Stärke liegt in seinen Reden: In 100 Tagen hat er durch Worte wie "Mut-Bürger" und die "glückssüchtigen Deutschen" Aufmerksamkeit erregt.
Ansonsten erfüllt Gauck auch die anderen Pflichten eines Staatsoberhaupts: Er verleiht Bundesverdienstorden wie hier während der "Woche der Umwelt" an Jörg Franz aus Hemer in Nordrhein-Westfalen...
...er empfängt Staatsgäste aus nahen und fernen Ländern wie hier den Präsidenten von Burkina Faso, Blaise Compaoré. Der Besuch war für diesen etwas Besonderes: Es regnete. Auch für diese Situation gibt es in Schloss Bellevue die passenden Accessoires.
Gemeinsam mit seiner Partnerin Daniela Schadt fliegt Bundespräsident Joachim Gauck in Deutschlands Auftrag um die Welt. Trotzdem wollen beide die Bodenhaftung nicht verlieren.
Bei seinem ersten Staatsbesuch in Israel beeindruckte Gauck durch seine Haltung als mahnender Freund. Er besichtigte unter anderem auch die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem, hier begleitet ihn sein israelischer Amtskollege Shimon Peres.
Gauck sieht sich auch als Brückenbauer. Deshalb besuchte er auch die palästinensischen Autonomiegebiete. Hier hören ihm muslimische Schülerinnen einer Mädchenschule in Nablus aufmerksam zu.
Beliebt auch im Inland: Im April besucht Gauck erstmals als Bundespräsident den Süden Deutschlands. Die Schüler der Geschwister-Scholl-Schule in Tübingen sind begeistert. Baden-Württemberg war das erste Bundesland, das er als Staatsoberhaupt bereiste.
Stillgestanden: Joachim Gauck schreitet das Wachbataillon in der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg ab. Bei seinem Antrittsbesuch an Deutschlands höchster militärischer Ausbildungsstätte stieß Gauck eine Debatte um die Auslandseinsätze der Bundeswehr und die Wertschätzung der Soldaten an.
Sie haben den Pott: Borussia Dortmund jubelt über den Gewinn des DFB-Pokalfinales in Berlin - und mittendrin steht Joachim Gauck. Dieser muss das ausgelassene Feiern zwar noch etwas üben, was die Dortmunder in diesem Moment aber nicht wirklich stört.
Viel wohler scheint sich der Bundespräsident in königlicher Begleitung zu fühlen. Mit der niederländischen Königin Beatrix winkt er im Mai der Bevölkerung zu, bevor sie an einem Konzert im Rahmen des Festaktes zum "Tag der Befreiung" teilnehmen. "Ich übernachte heute im Schloss - auch schon so etwas", kommentierte Gauck seinen Besuch.
Gauck ist nach 100 Tagen im Amt von Kopf bis Fuß auf Deutschland eingestellt - und eingekleidet. Sogar seine Manschettenknöpfen sind darauf abgestimmt: Der Bundesadler ziert die edlen Stücke. Sollte er sie verlieren, ist der Eigentümer schnell ermittelt.
Joachim Gauck macht sein neuer Job offenbar viel Spaß. Und auch den Deutschen gefällt der 72-Jährige in Schloss Bellevue: Rund 80 Prozent sind mit ihm zufrieden und honorieren seinen neuen Stil. 48 Prozent wünschen sich sogar, dass sich Gauck noch stärker zu aktuellen Fragen äußert. Nur Geduld: Es sind ja erst 100 Tage seiner fünfjährigen Amtszeit verstrichen.
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100 Tage Bundespräsident Gauck
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24.06.2012
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