Wochenende Vom Höllenfeuer zum Hochgenuss
14.01.2012
Wir waren auf Baustelle in Port de Bouc bei Marseille und gingen zum Essen in ein Fernfahrerrestaurant, eines jener
Relais Routiers
, deren Qualität man immer schon von weitem ermessen konnte: War der Parkplatz voller Laster, konnte man sicher sein, etwas Anständiges zu essen zu bekommen. In Port de Bouc war das der Fall. Mein Kollege und ich und etliche Lastwagenfahrer saßen an einem großen Tisch, der Couscous wurde, wie es sich gehört, auf einer großen Platte serviert. Dabei stand auch ein Topf mit einer roten Soße. Ich fragte in die Runde, ob's denn Tomatensoße sei und die netten Fernfahrer sagten eifrig ja ja.
Von wegen Tomatensoße! Harissa war's, die extrem scharfe Soße, die eben zum Couscous dazugehört. Mein Essen war vollkommen ungenießbar geworden, ein Höllenfeuer brannte in meinem Mund. Das war nicht schlimm. Die Männer lachten, ich schöpfte einen neuen Teller und hatte dazugelernt.
Jetzt hatte ich Gelegenheit, unter algerischer Anleitung einen exzellenten Couscous zuzubereiten. Said Khendriche, der in diversen Konstanzer Lokalen bereits Couscous angeboten hatte, nahm mich mit in die Küche. Das wichtigste, sagte er, sei, den Couscous immer gut zu lockern, damit der Hartweizengrieß nicht zusammenklebt. Dreimal haben wir den Couscous gespült und gelockert, zum Schluss war er so herrlich leicht und wurde zum Hochgenuss.
Eiligere Köche könnten auch Kichererbsen aus der Dose nehmen. Das Gericht braucht dennoch viel Zeit, es gibt ja auch viel zu schnippeln. Couscous geht übrigens auch mit Hühnchen. Auch dann schmeckt es ausgezeichnet. Besonders auch mit etwas Tomatensoße, ähh, pardon, Harissa.
