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Leben und Wissen Die berühmtesten Tiere der Welt

Kaum ein Tier hat die Herzen der Deutschen in jüngster Zeit so sehr berührt wie Knut, der knuddelige kleine Eisbär mit den süßen Knopfaugen. Die Geschichte davon, wie er von seiner Mutter Tosca verstoßen und dann von seinem raubeinig-sanften Pfleger Thomas Dörflein mit der Hand aufgezogen wurde, ließ selbst hartgesottene Männer verlegen blinzeln. Mensch und Tier – das ist die Geschichte einer Beziehung, die seit Urzeiten besteht.
Berühmte Tiere
Kuriose Tiere
Selten gewordene Tiere
Eisbär Knut
Eisbär Flocke
Bär Bruno


Warum faszinieren uns Tiere bis heute? Und warum berühren uns Katzen, Hamster oder Hunde, die wir streicheln, knuddeln und verwöhnen, während uns Schweine oder Rinder kalt lassen, die als Nahrung auf unseren Tellern landen?

„In Tieren haben wir noch heute unsere Wurzeln“, meint der Karlsruher Biologe Harald Gebhardt. Studien zeigten, dass Schimpanse und Mensch zu 97 Prozent genetisch identisch seien. „Wir sind den Tieren noch so nah, dass wir aus ihrer Nähe etwas schöpfen.“ Und diese Nähe dauert so lange an, wie es Menschen gibt.

In der Steinzeit waren Tiere in erster Linie Jagdobjekte, von denen man Fell und Fleisch nutzte. Manche waren für die Sippe gefährlich, vor ihnen musste man sich hüten – die Beziehung zu ihnen war durch Angst geprägt.

Begleiter des Menschen

„Später wurden die Tiere dann zum Begleiter“, schildert Gebhardt, der mit Mario Ludwig ein Buch zum Thema „Berühmte Tiere“ geschrieben hat. Aus wilden Auerochsen wurden zahme Rinder gezüchtet, aus Wildschweinen das Hausschwein. Der Wolf wurde zum Hund domestiziert, der die Herden schützte, seinen Herrn aber auch belustigte und mit dem man spielen konnte.

Auch die Vorliebe für Haustiere wie Hund und Katze lässt sich aus Sicht des Biologen leicht erklären: „Ganz oben auf der Hitliste der beliebtesten Tiere stehen Pelzträger und bunte Vögel.“ Pelztragende Tiere wie Hunde und Katzen kann man wunderbar streicheln und liebkosen; Vögel mit buntem Gefieder sind schön anzuschauen oder erfreuen mit ihrem Gesang.

Niedliche Tiere gefallen

Viele haben noch das Kindchenschema, also große Augen und ein kindlich wirkendes Gesicht. Das spricht Menschen an. „Das sind meist schmusige kleine Tiere, die drollig und intelligent sind“, meint Gebhardt. Bei Schlangen, Spinnen, Fischen und Kröten gibt es nicht viel zu streicheln – daher sind sie auch weitaus weniger beliebt.

Dabei ist das Verhältnis von Mensch und Tier durchaus widersprüchlich. Wir lieben die Tiere – und wir benutzen sie. Bestes Beispiel dafür ist die russische Hündin Laika, die von den Sowjets ins All geschossen wurde und dort jämmerlich sterben musste. „Das war eine Reise in den Tod“, sagt Gebhardt, der Laika ein eigenes Kapitel in seinem Buch gewidmet hat.

„Heute gehen wir da nicht mehr so brutal vor – sieht man einmal vom Umgang mit Tieren ab, die uns Fleisch liefern.“ Noch schlimmer ging es in der Antike zu. Im Zirkus Maximus in Rom belustigten sich die Menschen damit, wilden Tieren und Gladiatoren bei ihren Kämpfen zuzusehen. Zu Hunderttausenden starben dort gefangene Wildtiere wie Löwen, Panther, Bären, Elefanten und Nashörner.

Die Angst sitzt im Gehirn

Derlei empfindet heute niemand mehr als Vergnügen – sieht man einmal vom Stierkampf in Spanien ab. Doch die Faszination am gefährlichen Tier bleibt. „Das ist in uns angelegt“, meint Harald Gebhardt. Nicht umsonst sind im Fernsehen Filme der Renner, die sich gefährlichen Tieren wie Haien, Krokodilen oder Großkatzen widmen. „Diese Angst wird wahrscheinlich im Gehirn tradiert. Immerhin ging es in der Steinzeit um das Überleben der Sippe.“ Heute sitzt man dabei kommod auf dem Sofa – Gruseln auf Knopfdruck.

Freilich: Tiere sind nicht immer nett und niedlich. Sie haben eigene Bedürfnisse, gehen auf die Jagd und kommen manchmal mit menschlichen Interessen in Konflikt. Das musste auch „Problembär“ Bruno erfahren. Er tat in Bayern für einen Bären nichts Ungewöhnliches, räuberte hier einen Bienenstock aus oder riss da einmal Schafe, Tauben und Hühner. Das war zuviel für die Menschen – Bruno endete ausgestopft im Museum.

Doch die jahrtausendealte Geschichte vom Verhältnis Tier und Mensch hat auch Positives zu berichten. Auf antiken Mosaiken aus Griechenland sieht man Delfine, die Menschen aus Seenot retteten. Und es gibt Geschichten wie die der tapferen Stute Halla, die 1956 ihren verletzten Reiter Hans Günter Winkler zum Sieg trug. Es ist an uns zu entscheiden, wie die Geschichte weitergeht.


Buchtipp: Harald Gebhardt, Mario Ludwig, Die berühmtesten Tiere der Welt, BLV-Verlag, gebunden, 14,95 Euro.






 

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