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Panstarrs: Wie der Komet zu sehen ist

Die Erde bekommt erneut Besuch: Der Komet „Panstarrs“ taucht Anfang der nächsten Woche bei uns auf. Wer Glück hat, kann ihn sehen. Wer nicht – im Herbst kommt der nächste Vagabund aus dem All an der Erde vorbei: der Komet Icon.

Über Russland explodierte vor gut zwei Wochen ein Meteor, dann flog ein Asteroid nah an der Erde vorbei – und nun taucht Anfang nächster Woche ein Komet am Abendhimmel auf. Doch Gefahr droht nicht vom Besuch des Kometen „Panstarrs“: Er bleibt bei seiner Stippvisite weiter von der Erde entfernt als die Sonne. Sternfreunde warten dennoch gespannt auf den kosmischen Gast, denn der dürfte der erste Schweifstern seit Jahren sein, der am nördlichen Himmel mit bloßem Auge zu sehen ist. Und im Herbst könnte der Komet „Ison“ sogar ein Großspektakel am Himmel bieten. Seinen merkwürdigen Namen hat „Panstarrs“ von einem Teleskop-Verbund: Panoramic Survey Telescope And Rapid Response System ermöglicht eine dauerhafte Beobachtung des Sternenhimmels. Es besteht aus vier großen Teleskopen, die auf zwei Vulkanen auf Hawaii im Pazifik stehen und die zusammengeschaltet sind, dass Bild- und Messfehler auf ein Minimum reduziert werden.

Kometen gelten ebenso wie Asteroiden als Überbleibsel der Entstehung unseres Sonnensystems vor rund 4,6 Milliarden Jahren. Doch während Asteroiden aus Gestein bestehen, sind Kometen eher mit schmutzigen Riesen-Schneebällen vergleichbar. Wenn sie sich auf ihrer Reise durch den Weltraum der Sonne nähern, bilden sie oft Gas- und Staubschweife aus.

Zwar ziehen häufig Kometen an der Sonne vorbei, doch die meisten von ihnen sind nur in Teleskopen zu beobachten. Selten sind dagegen die hellen Schweifsterne wie die prächtigen Kometen Hale-Bopp und Hyakutake aus den 1990er-Jahren. Und was dürfen Himmelsgucker von Panstarrs erwarten, der im Juni 2011 mit dem gleichnamigen Teleskop auf Hawaii entdeckt wurde? „Im Prinzip wird er leicht mit bloßem Auge sichtbar sein“, sagt die Bochumer Astronomin Susanne Hüttemeister, schränkt aber zugleich ein: „Wenn er nicht in der hellen Abenddämmerung stünde.“

Die ersten Beobachtungsmöglichkeiten für Panstarrrs, der die astronomische Bezeichnung C/2011 L4 trägt, bieten sich in unseren Breiten zu Beginn der nächsten Woche. Bei Sonnen untergang steht der Komet dann tief am Westhimmel, der allerdings noch aufgehellt ist. Weiter zum Monatsende steht Panstarrs zwar höher, wird dafür aber auch nach und nach lichtschwächer. Außerdem stört dann auch das helle Licht des Mondes den Blick mit bloßem Auge auf den Kometen.

Einen noch spektakuläreren Anblick als Panstarrs könnte ein zweiter Komet bieten, der sich ebenfalls im Anflug auf die Sonne befindet. „Ison hat mehr Potenzial“, sagt Hüttemeister über den im September entdeckten Kometen mit der Bezeichnung C/2012 S1, der im November dicht an der Sonne vorbeiziehen und sich Ende Dezember bis auf weniger als die Hälfte der Entfernung zwischen Erde und Sonne nähern soll.

Allerdings sind Kometen unsichere Kantonisten – niemand kann genau vorhersagen, was ihnen in Sonnennähe widerfährt. ISON beispielsweise wird der Sonne so nahe kommen, dass er womöglich auseinanderbricht. Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Komet die Hoffnung auf ein Himmelsspektakel enttäuscht: 1973 blieb der Auftritt des Kometen Kohoutek, dessen Erscheinen als astronomisches Jahrhundert-Ereignis angekündigt worden war, weit hinter den Erwartungen zurück.

Nicht immer sahen die Menschen im Auftauchen eines Schweifsterns nur ein Naturschauspiel. Jahrhundertelang galten Kometen als Unglücksboten – Menetekel, die Krieg und Seuchen ankündigen. Dies galt auch für den bekanntesten aller Schweifsterne – den Halleyschen Kometen, der uns etwa alle 76 Jahre besucht. Sein Erscheinen im Jahr 1066 etwa galt Zeitgenossen als Vorbote der Schlacht bei Hastings und des Sieges der Normannen über die Angelsachsen auf der britischen Insel.

 

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www.kometen-reisen.de

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