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Oslo Breivik dachte nach Massaker über Selbstmord nach

20.04.2012
Von dpa
Der norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik hat nach seinem Massaker auf der Insel Utøya auch kurz an Selbstmord gedacht.
Breivik

Massenmörder Breivik: «Ich habe viel von Al-Kaida gelernt.» Foto: Stian Lysberg  Bild: Foto: dpa

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Er habe überlegt, sich selbst in den Kopf zu schießen, sagte der 33-Jährige am Freitag vor Gericht. Ein Helikopter habe sich der Insel genähert, auf der er 69 Menschen getötet hatte. „Ich dachte: Willst du das überleben?“ Er sei sich bewusst gewesen, dass ganz Norwegen ihn hassen würde und der Rest seines Lebens ein Albtraum werde. Dann habe er aber an das gedacht, was er in seinem Manifest geschrieben habe: Dass er sich stellen und aus dem Gefängnis heraus weiterkämpfen wolle.

Breivik beschreibt seinen Massenmord auf der Insel

Mit ruhigen Worten hat der norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik am Freitag beschrieben, wie er auf Jugendliche auf der Fjordinsel Utøya schoss. „Jetzt oder nie“, habe er sich gedacht, als er als Polizist verkleidet auf der Insel gestanden haben. Er habe die Pistole aus der Tasche geholt und als erstes die Betreuerin des Ferienlagers erschossen. Danach sei er in einen Schockzustand gefallen und erinnere sich an wenig. Dennoch berichtete Breivik detailliert von weiteren Morden. Er habe so viele Menschen hinrichten wollen, wie möglich. Breivik atmete während seiner Ausführungen immer wieder heftig durch. Zu diesem Zeitpunkt hatte noch niemand der Angehörigen den Saal verlassen.

Breivik: Jugendliche hätten sich wehren können

Bei seinem Massaker auf der Fjordinsel Utøya hatte Anders Behring Breivik nach eigener Aussage Angst, die Jugendlichen könnten sich wehren. „Wenn eine Gruppe Widerstand versucht hätte, hätten sie das einfach geschafft“, sagte der 33-Jährige am Freitag vor Gericht. Mord für Mord ging er seinen Amoklauf auf der Insel durch, bei dem 69 Menschen starben.

Zuvor hatte er behauptet, er erinnere sich nicht an viel. Eigentlich habe er so wenig wie möglich schießen wollen, sondern die Jugendlichen ins Wasser scheuchen, wo sie ertrinken sollten.

Breivik von Al-Kaida inspiriert - für Morde „entmenschlicht“

Für seine grausamen Attentate im vergangenen Sommer hat sich der norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik nach eigenen Aussagen von der Terrororganisation Al-Kaida inspirieren lassen. „Ich habe viel von Al-Kaida gelernt“, sagte Breivik am Freitag vor Gericht.
Die Organisation sei so erfolgreich, weil sie „Märtyrer“ (Selbstmordattentäter) einsetze. Das Problem mit militanten Islamisten sei aber, dass sie zu sehr auf Sprengstoff und nicht auf Amokläufe mit Schusswaffen setzten. Dennoch habe er die Organisation mehrere hundert Stunden lang im Internet und über Filme studiert und eine Art „Al-Kaida für Christen“ schaffen wollen.

Für sein Kompendium habe er auch andere Terrororganisationen verglichen. „Die Schwäche der (baskischen Untergrundorganisation) ETA ist, dass sie den Tod fürchten und nicht an das Leben nach dem Tod glauben. Das ist die Schwäche von Marxisten-Bewegungen. Der Vorteil von Al-Kaida ist, dass sie Märtyrertum glorifizieren“, sagte der Massenmörder.

Um seine Attentate durchzustehen, habe er sich emotional total abgekapselt, behauptete der 33-Jährige. „Man muss gefühlsmäßig abgestumpft sein, das muss man trainieren.“ Bis 2006 sei er ein normaler Mensch gewesen. Danach habe er sich über mehrere Jahre „entmenschlicht“. Auch seine technische Sprache während der Verhöre sei ein Werkzeug. „Man kann niemanden töten, wenn man mental nicht vorbereitet ist“, sagte Breivik. Er sei aber kein Narziss, der vor allem sich selbst liebe. „Ich fühle eine große Liebe für dieses Land. Das ist nicht normal, aber so bin ich.“

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Norway Attacks

Am 22. Juli 2011 erschütterten die Taten des rechtsradikalen Attentäters Anders Breivik ganz Norwegen. Er verübte das Massaker auf der Insel Utøya und den Bombenanschlag in Oslo. Es starben 77 Menschen. Die Richter verhängten im August 2012 die Höchststrafe von 21 Jahren Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung.

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